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PKV

PKV Unisex-Tarife: Stiftung Warentest klärt auf

18. Oktober 2012

In der November Ausgabe 2012 der Zeitschrift „Finanztest“ widmet sich die Stiftung Warentest den Unisex-Tarifen in der privaten Krankenversicherung (PKV). Als Grund ist vor allem die zunehmende Unsicherheit in Bezug auf die Unisex-Tarife für die Private Krankenversicherung zu nennen. Zahlreiche Versicherer werben derzeit damit, jetzt noch schnell einen alten Tarif abzuschließen, um die daraus resultierenden angeblichen Vorteile genießen zu können. Mit Sonderangeboten oder der „Unisex-Garantie“ werden die Versicherten zusätzlich verwirrt. Hier bringt die Stiftung Warentest Klarheit und gibt Empfehlungen.

 

Frauen und Männer: Unisex-Tarife sinnvoll oder nicht?

Während die Versicherer einerseits für Unisex werben, anderseits aber die Vorteile der herkömmlichen Tarife hervorheben, ist die Verwirrung bei den betroffenen Kunden der privaten Krankenversicherer nahezu perfekt. Fragen, wie „Welche Tarifvariante ist denn nun wirklich die günstigere, Unisex oder der Standardtarif?“, beschäftigen derzeit viele Interessenten der PKV. Insbesondere Männer werden derzeit von der Versicherungswirtschaft heiß umworben, denn sie gelten als Verlierer bei der Umstellung auf die neuen Unisex-Tarife. Frauen indes können mit sinkenden Beiträgen rechnen, Männer müssen hingegen mit steigenden Kosten rechnen.

 

PKV Beitragserhöhungen zwischen fünf und acht Prozent für Männer erwartet

Experten erwarten Beitragserhöhungen zwischen fünf und acht Prozent in Bezug auf die Tarife der Männer. Die Private Krankenversicherung wirbt indes dafür, dass Männer noch schnell in einen alten Tarif wechseln können, da diese von den bisherigen Preisvorteilen profitieren würden. Grundlage für die Einführung der Unisex-Tarife zum 21. Dezember 2012 ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, dass es vorschreibt, den Grundsatz der Gleichberechtigung auch auf die Versicherungswirtschaft auszudehnen. Bisher mussten Frauen aus Gründen der längeren Lebenserwartung mehr Beiträge bezahlen als Männer.

 

Empfehlung der Stiftung Warentest zum Wechsel in die Private Krankenversicherung 2012

Stiftung Warentest stellt nun in der Novemberausgabe 2012 von „Finanztest“ fest, dass ein Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung nicht in jedem Fall anzuraten ist. Für einen Angestellten, der mehr als 50850 Euro im Jahr verdient, ledig ist oder eine Mitversicherung der Familie ausschließt und jünger als 40 Jahre ist, sowie keine chronischen Krankheiten aufweist, ist ein Wechsel in die PKV nach Angaben von Stiftung Warentest empfehlenswert. Angestellte, die jedoch die Familie mitversichern wollen, sind hingegen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besser aufgehoben, da diese eine kostenlose Mitversicherung der Familie in vielen Fällen gewährleistet.

Wechsel in neuen PKV-Vertrag noch vor 1. Dezember vollziehen

Männer, die noch einen alten PKV-Vertrag abschließen wollen, sollten den Versicherungsvertrag noch vor dem 1. Dezember unterschreiben. „Finanztest“ schließt allerdings in dem Fall aufgrund von etwaigen überlappenden Zeiträumen (Zahlungen für neuen und alten Versicherungsvertrag) vorübergehende Doppelzahlungen nicht aus. Als besonderes Hindernis für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung betrachtet „Finanztest“ vor allem die steigenden Kosten der PKV.

Preis- und Leistungsvergleich von PKV zu GKV

Betrachtet man jedoch nicht nur die Kosten sondern fokussiert sich insbesondere auf die medizinischen Leistungen, schneidet die PKV in vielen Fällen weitaus besser ab als die GKV. Dies gilt allein schon deshalb, weil bei der PKV nahezu jedes medizinische Risiko als Einzelleistung dazubuchbar ist, während in der GKV nur allgemeine fest katalogisierte Regelleistungen erbracht werden, die zudem jederzeit durch die Politik weiter reduziert und an zusätzliche Eigenbeteiligungen gekoppelt werden können.

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