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PKV

PKV: Unisex-Tarife sorgen für Ärger

6. Januar 2012

Durch die Einführung der Unisex-Tarife dürfte den Kunden der privaten Krankenversicherung in diesem Jahr eine große Änderung ins Haus stehen. Die genauen Auswirkungen auf die gesamte Branche sind bisher noch nicht im Detail abzusehen, sicher ist jedoch, dass Neukunden, egal welchen Geschlechts, in jedem Fall mit höheren Beiträgen zu rechnen haben. Die Unisex-Tarife sind das Resultat aus einem Urteil des Europäischen Bundesgerichtshofs und sollen die Gleichbehandlung von Mann und Frau in der privaten Krankenversicherung wieder herstellen. 

 

Unisex-Tarife sorgen für steigende Beiträge

Dies bedeutet für die privaten Krankenversicherer, dass sie ab dem 21. Dezember 2012 nur noch Tarife anbieten dürfen, bei denen die Beitragsberechnung geschlechtsunabhängig erfolgt. Profitieren dürften von der neuen Regelung vor allem Frauen, da diese durch den neuen Mittelwert beim Altersdurchschnitt besser abschneiden dürften als bisher. Männer hingegen müssten aufgrund des höheren Mittelwertes in Zukunft deutlich tiefer in die Tasche greifen, da sind sich viele Experten einigen. Die Einführung der Unisex-Tarife in anderen Ländern wie Belgien und Holland zeigt, dass die Branchenexperten mit diesen Annahmen gar nicht ganz falsch liegen. Tatsächlich stiegen die Beiträge für Neukunden um bis zu 30 Prozent in einigen Tarifen.

 

Gleichmäßige Risikoverteilung

Der Bund der Versicherten hatte beim Oxara Institut eine Studie in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen der Unisex-Tarife auf die Versicherungsbranche abschätzen zu können. Für den Bereich der privaten Krankenversicherung sei eine derartige  Analyse jedoch alles andere als einfach und sicher. Unbemerkt für viele PKV-Kunden wurde in den vergangenen Jahren bereits das Schwangerschaftsrisiko der Frauen im Zuge des Antidiskriminierungsgesetzes zu gleichen Teilen auf die Tarife für Frauen und Männer verteilt. Mit der Einführung der Unisex-Tarife müssten neben der höheren Lebenserwartung jedoch noch weitere Gesundheitsrisiken auf beide Geschlechter verteilt werden. Dem hohen Brustkrebsrisiko der Frauen würde dann das Prostatakrebsrisiko der Männer gegenüberstehen. Steigende Beiträge sind auf jeden Fall zu erwarten, wie aus der Oxara-Studie hervorgeht.

 

 

Vorteile der Unisex-Tarife für Bestandskunden

Voraussichtlich dürften die Unisex-Tarife jedoch nur die Neukunden der PKV betreffen. Eine Einführung der gleichgeschlechtlichen Tarife für Bestandskunden ist zunächst nicht vorgesehen. Aussagen einiger Versicherungsmathematiker zufolge könnte eine Einführung für Bestandskunden jedoch einige Vorteile mit sich bringen. So könnten einige Bestandskunden aus alten unattraktiven Tarifen in neue attraktive Tarife wechseln.

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