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PKV

PKV: Unisex-Tarife nicht für Bestandskunden

22. Dezember 2011

Ende 2012 sollen die bisherigen geschlechtergetrennten Tarife der privaten Krankenversicherung durch die sogenannten Unisex-Tarife, also geschlechterlose Tarife ersetzt werden. Nachdem nun einige Gerüchte aufkamen, neben den Neukunden könnte die Einführung auch für Bestandskunden der PKV gelten, will die Financial Times Deutschland nun erfahren haben, dass die Unisex-Tarife nicht für Bestandskunden gelten sollen und beruft sich dabei auf die Leitlinien zur EU-Gleichstellungsrichtlinie.

 

Kommission urteilt zu Gunsten der Versicherer

Viele Versicherer hatten davor gewarnt, die bisherigen Tarife der Bestandskunden in Unisex-Tarife umzuwandeln. Dies hätte einen sehr großen Aufwand bedeutet und sei möglicherweise sogar verfassungswidrig. Einen Antrag auf Änderung der Richtlinie der Allianz wies Justizkommissarin Viviane Reding jedoch ab. Viele Versicherer befürchten, die Einführung der Unisex-Tarife und damit die Gleichstellung von Mann und Frau in der Versicherungswirtschaft könnte nur die Spitze vom Eisberg sein. In einigen Jahren könnte dann beispielsweise eine Gleichstellung von Menschen verschiedenster Gesundheitszustände folgen, so die Befürchtungen einigen Versicherer.

 

Unisex-Tarife kommen im Dezember 2012

Gerade für die private Krankenversicherung bedeutet die Einführung der Unisex-Tarife eine Menge Arbeit. Fast alle Tarife müssen im kommenden Jahr an den neuen Standard angepasst werden. Zudem bedeutet die Umstellung auch höhere Beiträge in vielen Bereichen. So dürften vor allem Risikoversicherungen für Frauen deutlich teurer werden, Männer jedoch müssten hier deutlich weniger zahlen. Aufgrund der höheren Lebenserwartung bei Frauen dürften diese in der Krankenversicherung mit leicht sinkenden Beiträgen rechnen, Männer hingegen müssen hier nach ersten Berechnungen deutlich Steigerungen von 30-35 Prozent hinnehmen. In anderen Ländern jedoch hat sich gezeigt, dass letztendlich beide Geschlechter im Zuge der Einführung von Unisex-Tarifen von steigenden Beiträgen betroffen sind.

 

 

Risikobewertung weiterhin nach Geschlecht möglich

Die interne Risikobewertung von Versicherten darf jedoch weiterhin nach Geschlecht erfolgen, darauf wies Justizkommissarin Viviane Reding ausdrücklich hin. Dies dürfe nur nicht dazu führen, dass aufgrund des Geschlechts ein anderer Tarif ausgewählt werde. Der Vertrieb von geschlechtsspezifischen Produkten soll auch weiterhin erlaubt sein, beispielsweise gegen Brust- oder Prostatakrebs.

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