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PKV

PKV: Unisex-Tarife laut DAV instabil

15. Juni 2011

 

 

 

Laut Experten der DAV werden die Beitragshöhen der neuen Unisex-Tarife, die alle privaten Krankenkassen bis zum 21. Dezember 2012 anbieten müssen, höher ausfallen als bisher gedacht. Da die Beiträge aber nicht an den tatsächlichen finanziellen Bedarf angepasst werden dürfen, würden viele private Krankenversicherungen wohl von vorneherein den Höchstbeitrag berechnen.

 

Schutz vor Geschlechterrisiko führt zu  Höchstbeiträgen

Spätestens bis zum 21. Dezember 2012 müssen alle privaten Krankenversicherungen Unisex-Tarife in ihr Programm aufgenommen haben. Mit der Einführung der Unisex-Tarife fällt auch das Beitragsbewertungskriterium des Geschlechtes weg. Allerdings ist dies nur eine oberflächliche Verbesserung. Die Krankenkassen werden versuchen, sich trotzdem vor dem Geschlechterrisiko zu schützen, indem sie einfach den Höchstbeitrag für alle Unisex-Tarife ansetzen. Da Tarife für Frauen in der Praxis fast immer teurer sind, werden die Preise für die Unisex-Tarife nach oben hin angepasst, was vor allem zu Folge hat, das die Tarife für PK-Versicherte Männer teurer werden.

 

Unisex-Tarife laut DAV-Experten deutlich unterkalkuliert

Laut DAV-Experten seien die neuen PKV Tarife außerdem deutlich unterkalkuliert. Da die Beiträge für Neukunden nicht teurer sein dürfen, als die von gleichaltrigen Bestandskunden, könnten viele ältere Kunden in die günstigeren Unisex-Tarife wechseln. Für einen solchen Fall wären die Unisex-Tarife aber deutlich unterkalkuliert und nicht rentabel, was einen Verlust für die Krankenkasse bedeuten würde.

 

 

Beitragsanpassungen

Sollte es zu einer Unterkalkulierung kommen und dies von einem Aktuar bemerkt werden, so dürfte der Tarif von Gesetz her nicht an den tatsächlichen Finanzbedarf angepasst werden. Um so einen Fall zu verhindern, dürften die privaten Krankenkassen von Anfang an den Höchstbeitrag für die Unisex-Tarife berechnen. So würden weniger Bestandskunden in einen teureren Unisex-Tarif wechseln, der Versicherer müsste den Unisex-Tarif im Laufe der nächsten Beitragsanpassung aber wieder senken. Nach der Senkung würden wieder mehr Bestandskunden in den nun wieder günstigeren Unisex-Tarif wechseln, was wieder eine Beitragserhöhung zur Folge hätte.

 

 

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