zum Inhalt

PKV

PKV: Unisex-Tarife für Frauen kaum günstiger

14. Februar 2012

Wenn am 21. Dezember die Unisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung eingeführt werden,  darf die Beitragsberechnung der Krankenversicherer nur noch ohne Berücksichtigung des Geschlechts erfolgen. Frauen und Männer haben dann den identischen Beitrag zu KV zu zahlen. Jedoch dürften die Beiträge für Frauen nicht, wie zunächst vermutet, deutlich billiger werden. Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge dürfte sich die Ersparnis der Frauen in Grenzen halten, da die Neuberechnung der Prämien deutlich näher an das bisherige Prämienniveau der Frauen heranreichen dürfte, als bisher bekannt war.

 

Umstellung der Neukundentarife auf Unisex-Tarife

Trotz der zahlreichen Monate, die es noch bis zur Einführung der Unisex-Tarife sind, ist eine Umkalkulation der Tarife von Bestandskunden einfach zeitlich nicht mehr möglich. Die Einführung der geschlechtslosen Tarife erfolgt daher nur für Neukunden der PKV. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im März vergangenen Jahres entschieden, dass die aktuelle Beitragsberechnung der privaten Krankenkassen gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und somit auch gegen das Grundgesetz verstoße. In Zukunft soll das Kriterium „Geschlecht“ daher bei der Beitragsberechnung keine Rolle mehr spielen. Dies bedeutet jedoch, dass die Krankenversicherer das Risiko nun auf beide  Geschlechter gleichmäßig verteilen müssen, was zwangsläufig bei männlichen Neukunden zu deutlich höheren Prämien führen dürfte.

 

Ersparnis durch Unisex-Tarife für Frauen geringer als angenommen

Frauen mussten bisher in der PKV häufig einen höheren Beitrag zahlen, da sie aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung ein größeres finanzielles Risiko für die Krankenversicherer darstellten. Im Zuge der Unisex-Tarife muss dieses Risiko nun auf beide Geschlechter gleichmäßig verteilt werden, was bei Männern zu höheren und bei Frauen zu niedrigen Beiträgen führen dürfte, so die Annahme vieler Experten. Der Aussage des Vorstandschefs der Debeka zufolge, dürfte sich die vermutete Ersparnis eines Neukunden-Tarifs für Frauen gegenüber den Bestandstarifen jedoch in Grenzen halten. Da es für die Krankenversicherer schwierig ist, die Tarife so zu berechnen, dass keine Unterkalkulation herrscht, dürften diese eher ein wenig höher als zu niedrig angesetzt werden. Das größte Risiko geht dabei vom Wechselrecht der Bestandskunden aus. Sie könnten, rein theoretisch, aus den teureren Bestandskundentarifen in die günstigeren Unisex-Tarife wechseln. Sollten dies zu viele Versicherte tun, könnten die Tarife schnell Gefahr laufen, unterkalkuliert zu sein.

 

 

PKV Wechsel 2012 vor allem für Männer lohnenswert

Aufgrund der steigenden Prämien dürften vor allem Männer in den bisherigen Tarifen deutlich günstiger wegkommen, als in den teureren Unisex-Tarifen. Experten rechnen mit Beitragssteigerungen von 6-10 Prozent. Wer also als Mann einen PKV Wechsel in Betracht zieht, sollte diesen nach Möglichkeit noch vor dem 21. Dezember vollziehen, um noch von den günstigeren Alttarifen der PKV zu profitieren.

 

Weitere Artikel aus dieser Kategorie