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PKV

PKV: Unisex-Tarife für bestehende Tarife

30. August 2011

Die Einführung der Unisex-Tarife steht seit März 2011 fest. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, das spätestens ab dem 21. Dezember 2012 keine Geschlechts-Differenzierungen mehr bei der Vergabe von Versicherungsvertragen gemacht werden darf. Ab dem 21.12 dürfen nur noch sogenannte Unisex-Tarife vergeben werden, also Tarife in denen das Geschlecht bei der Beitragsberechnung keine Rolle mehr spielt. Nun äußerte sich Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentale Krankenversicherung zu Äußerungen aus der Politik, auch die Bestandskunden und deren Rücklagen in Unisex-Tarife zu „verlegen“.

 

Bestandstarife in Unisex-Tarife umwandeln

Aus der Politik und auch aus der Krankenversicherungsbranche gab es einige Vorschläge, neben den Neukunden auch die Bestandskunden in Unisex-Tarife zu verfrachten. Dazu müssten die Altersrückstellungen umverteilt werden. Sollten diese nicht umgerechnet werden, so könnten Frauen im Vergleich zu Männern im Unisex-Tarif erheblich niedrigere Beiträge als vorgesehen zahlen.  Das könnte dazu führen, dass viele Frauen aus ihren Bestandsverträgen in die günstigeren neuen Tarife wechseln würden. Dies wiederrum würde dazu führen, dass die Beiträge in den neuen Tarifen drastisch ansteigen würden.

 

Eingriff in bestehende Altersrückstellungen sogar verfassungswidrig?

„Das niemand mit der Einführung der Unisex-Tarife glücklich sei, liege auf der Hand“, so Bauer. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht. Den Bestandskunden nun aber mit einer Umrechnung ihre Altersrückstellungen zu „rauben“ halte er generell für falsch, so Bauer. Die Versicherten hätten mit dem Abschluss eines Versicherungsvertrags vor Jahren das Recht an ihrer Versicherung erworben, welches ihnen jetzt nicht einfach genommen werden könnte. Einen Eingriff in die vorhandenen Altersrückstellungen halte er für bedenklich und verfassungswidrig, so Bauer.

 

 

Folgen der Unisex-Tarife

Die Unisex-Tarife sind das Resultat aus der Ungleichbehandlung der Geschlechter. Frauen mussten bisher in der privaten Krankenversicherung deutlich höhere Beiträge aufgrund ihres höheren Krankheitsrisikos zahlen als Männer. Der Europäische Gerichtshof entschied Anfang März, dass eine Geschlechtertrennung bei der Beitragsberechnung der PKV gegen die Grundprinzipien verstoße. Ab dem 21. Dezember müssen daher alle privaten Krankenversicherungen ihre für Neukunden offenen Tarife auf Unisex-Tarife umgestellt haben. Die daraus resultierenden Folgen liegen klar auf der Hand: Ab Ende 2012 dürfte der Wechsel in die PKV gerade für Männer deutlich teurer werden. Da das Bewertungskriterium des Geschlechts nun wegfällt, müssen die Tarife auf „Frauen-Niveau“ angepasst werden, um ein finanzielles Risiko zu vermeiden.

 

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