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PKV

PKV Unisex-Tarife: Ende der Diskriminierung

28. März 2011

Ein interessantes Urteil zum Thema Diskriminierung hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg in diesen Tagen gefällt – alle deutschen privaten Krankenkassen müssen zukünftig einen PKV Unisex-Tarif zu identischen Preisen für Männer und Frauen anbieten. Damit soll der Vorwurf der Diskriminierung endgültig aus der Welt geschafft werden, denn mit Unisex-Tarifen dürfen Frauen in der privaten Krankenversicherung nicht mehr zu höheren Prämien als Männer versichert werden.

Einheitliche PKV Beiträge für Mann und Frau

Dass Frauen häufiger zum Arzt gehen, länger leben und dafür theoretisch höhere Kosten bei ihrem Versicherer verursachen, ist landläufig bekannt. Dafür sind Männer offensichtlich häufiger in Unfälle verwickelt. Bisher stand es den privaten Krankenversicherungen deshalb frei, für Frauen höhere Versicherungsprämien zu verlangen als für Männer. Durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs soll dies zukünftig vermieden werden. Der Tatbestand der Diskriminierung soll damit von Anfang an aus der Welt geschafft werden. Die Begründung für das Urteil ist dann auch durchaus interessant – nicht jeder Mensch bringe die gleiche Einstellung in Bezug auf Gesundheit und Risikofreude mit.

Mögliche allgemeine Beitraserhöhungen der PKV bei Einführung der Unisex-Tarife

Der Informationsbedarf allerdings wird bei den Versicherten nun wohl deutlich steigen, denn allgemein dürfte mit höheren Beiträgen zu rechnen sein. Allerdings begrüßen Verbraucherschützer das Urteil, drastische Prämienerhöhungen werden dort nicht erwartet. Darüber hinaus gehen bis zur Umsetzung zu Anfang 2013 noch einige Monate ins Land, so dass bei einem möglichen Wechsel in die private Krankenversicherung nach wie vor gilt, die tariflichen Leistungen sorgfältig zu prüfen und denjenigen Tarif auszuwählen, der nicht nur den besten Preis, sondern auch die passenden Leistungen bietet. Das Kriterium der Preiswürdigkeit ist sicher wichtig, sollte beim Wechsel in die private Krankenversicherung aber nicht der allein ausschlaggebende Faktor sein.

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