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Unisex Private Krankenversicherung

PKV Unisex-Tarife: Einführung steht nichts mehr im Wege

12. November 2012

Gesetzgebung

PKV Unisex Tarife vor Einführung

Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages hat mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen aus CDU/CSU und FDP dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung der Unisex-Tarife zugestimmt.

Die hierfür zuständige Sitzung fand am 7. November 2012 statt. Die Änderungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes (Drucksache 17/9342) war nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs notwendig geworden.

Die Fraktionen der SPD und von Bündnis 90/Grünen enthielten sich. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Abstimmungsverhalten der Linksfraktion, die gegen den Gesetzentwurf stimmte.

Durch die verabschiedete Gesetzesänderung müssen die privaten Krankenversicherer einheitliche Tarife für Männer und Frauen gewähren. Hierzu gilt der Stichtag 21. Dezember 2012.

Unisex-Tarife rufen heftige Diskussionen in der Politik hervor

Bereits im Vorfeld der Einführung der Unisex-Tarife kam es zu heftigen Diskussionen seitens der Politik. Dadurch bedingt ist wohl auch das Abstimmungsverhalten zu interpretieren. So steigen die Beiträge für Männer in der privaten Krankenversicherung zukünftig an, während sie für Frauen geringfügig günstiger werden.

Derzeit wirbt die Versicherungswirtschaft aktiv insbesondere um junge Männer, die sich noch vor dem Stichtag in der privaten Krankenversicherung versichern sollen. Der Grund für diese massive Werbung ist der, dass ein Tarif, der vor dem ein 21. Dezember 2012 vertraglich eingegangen wird, eine Bestandsgarantie aufweist. Das bedeutet, auch nach der Einführung der Unisex-Tarife bleibt der zuvor beschlossene Tarif gültig.

Männer können noch von den alten PKV Tarifen profitieren

Insofern sind die vor dem 21. Dezember 2012 geschlossenen Verträge in der privaten Krankenversicherung für Männer deutlich günstiger als nach dem 21. Dezember. Frauen indes können sich freuen, denn für sie ist der Beitrag zur privaten Krankenversicherung nach diesem Stichtag deutlich günstiger.

Verbraucher sind jedoch zum Teil verunsichert, weil Verbraucherschützer in einigen Fällen vor der Werbung der privaten Krankenversicherer in Bezug zu deren „Last-Minute-Kampagne“ warnen. Dies gilt insbesondere für junge Männer, die noch schnell in die alten Tarife gedrängt werden sollen. Vielfach wird kritisiert, dass die Versicherungswirtschaft alte Tarife noch schnell mit jungen Kunden auffüllen möchte, obwohl es nach dem Stichtag neue Tarife gibt. Die neuen Tarife sind zum Teil sogar günstiger als die jetzt umworbenen Tarife.

Online-Vergleich kann helfen Geld sparen

Experten warnen vor einem Schnellschuss und raten, der Kampagne zum „Last-Minute-Abschluss“ zu widerstehen. In erster Linie sollten sich Betroffene umfassend informieren und sich möglichst aussagekräftige Vergleiche privater Krankenversicherungen einholen. Auch können die Testergebnisse der Stiftung Warentest zu einzellnen PKV Tarifen helfen, sich unter den vielen Angeboten zu entscheiden.

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