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PKV

PKV: Unisex-Tarife auch für Bestandskunden?

19. Dezember 2011

Ende des kommenden Jahres dürften die Beiträge nicht nur aufgrund der jährlichen Beitragserhöhungen, sondern vor allem auch wegen der Einführung der Unisex-Tarife steigen. Ursprünglich sollten die neuen Unisex-Tarife, die eine geschlechterlose Versicherung ermöglichen sollen, nur für Neukunden der privaten Krankenversicherung gelten. Nun wurde jedoch bekannt, dass auch eine Einführung für die PKV-Bestandskunden geplant sei. Damit dürften Ende 2012 vor allem Männer deutlich tiefer in die Tasche greifen, da ihre Prämien dann dem Prämien-Niveau der Frauen angepasst werden.

 

Geschlechtsneutrale Tarife in der privaten Krankenversicherung

Aktuell erfolgt in der PKV eine geschlechtergetrennte Versicherung. Dabei wird das Risiko, dass vom jeweiligen Geschlecht ausgeht, mit in den Beitrag zur PKV einberechnet. Dies soll sich im Dezember 2012 mit der Einführung der Unisex-Tarife ändern. Ab diesem Zeitpunkt dürfen alle Versicherer nur noch geschlechtsunabhängige Tarife anbieten. Frauen und Männer zahlen dann in allen Tarifen den gleichen Beitrag und erhalten dafür auch die gleichen Leistungen. Ursprünglich war die Einführung der Unisex-Tarife nur für PKV-Neukunden geplant. Einige Experten und Insider erwarten jedoch auch eine Einführung für Bestandskunden in der PKV.

 

Höhere Prämien für Männer in der PKV

Für Männer mit einer privaten Krankenversicherung bedeutet die Einführung, dass sie in vielen Tarifen ab Dezember 2012 deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Da Frauen in der PKV fast immer einen höheren Beitrag aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung zahlen müssen, erwarten Experten einen erheblichen Anstieg der Prämien für Männer auf Frauen-Niveau. Profitieren würden von der Einführung der Unisex-Tarife dann lediglich die Frauen, für deren Beiträge eine leichte Herabsenkung erwartet wird. Für die Männer-Tarife erwarten Branchenkenner eine Steigerung von 30-35 Prozent im Durchschnitt. Gerade in Kombination mit den jährlichen Beitragssteigerungen könnte dies einige Versicherte deutlich treffen.

 

 

Höhere Prämien für beide Geschlechter erwartet

Da sich die Frauen- bzw. Männerquote in der privaten Krankenversicherung für die Zukunft schlecht abschätzen lässt, dürfte dieses Risiko ebenfalls in die Beitragsberechnung mit einfließen. Die Einführung von Unisex-Tarifen in anderen Ländern wie beispielsweise Belgien und den Niederlanden hat gezeigt, dass die Einführung das Prämienniveau beider Geschlechter deutlich angehoben hat. Den größten Anteil dürften hier die sogenannten „Sicherheitszuschläge“ haben, wie der GDV zu Wort gab.

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