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PKV

PKV und GKV liefern sich erneut verbalen Schlagabtausch

18. September 2012

Seit einigen Wochen liefern sich die gesetzliche und die private Krankenversicherung einen verbalen Schlagabtausch drüber, welche Versicherungsform die bessere sei. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht bereits das Ende der Privaten Krankenversicherung voraus und malt damit keine sichere Zukunft für die PKV. Vor allem der Vorstand der Debeka Krankenversicherung widerspricht dem deutlich.

 

Debeka Krankenversicherung weist Kritik zurück

Uwe Laue, Vorsitzender der größten deutschen PKV, der Debeka, widerspricht dem deutlich. Doris Pfeiffer vertritt derweil die Ansicht, dass sich das „System PKV auf Dauer nicht tragen wird“. Deshalb sei auch eine Entscheidung für oder gegen die PKV überflüssig. Wörtlich sagte Pfeiffer: „Irgendwann kommt der Hilfeschrei und dann ist die Frage, wie man das politisch löst“. Im Falle einer Auflösung des dualen Gesundheitssystems zugunsten der GKV sieht Pfeiffer zwar keine „üppige Entlastung“ aus finanzieller Sicht, allerdings rechnet sie auch nicht mit einer finanziellen Mehrbelastung der gesetzlich Versicherten durch die Eingliederung der bisher Privatversicherten.

Pfeiffer betrachtet insbesondere das Geschäftsmodell der PKV als Grund für den ihrer Meinung nach bevorstehenden Niedergang. Wörtlich sagte die Vorsitzende des Spitzenverbandes der GKV: „Wenn man jungen Versicherten niedrige Prämien mit einem scheinbar unbegrenzten Leistungsangebot offeriert, kann das auf Dauer nicht funktionieren“.

 

Uwe Laue (Debeka-PKV): PKV besser für die Zukunft gerüstet als GKV

Dem entgegnet der Chef der Debeka Uwe Laue. Er verweist darauf, dass die PKV im Gegensatz zur GKV durch die angesparten Altersrückstellungen weitaus besser für die Zukunft des demografischen Wandels gerüstet sei als die GKV. Im Gegensatz zur PKV weist die GKV keine Reserven auf, so Laue. Sinn und Zweck der Altersrückstellungen ist es, durch verzinste Rückstellungen die Kosten für den erfahrungsgemäß im Alter ansteigenden medizinischen Bedarf des Versicherten in einem erträglichen Rahmen zu halten.

Laue verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass sich der Beitrag für rund ein Viertel der 2,2 Millionen Versicherten der Debeka im Jahre 2013 nicht ändern werde. Durch die Absenkung des Rechnungszinses könnte es jedoch dazu kommen, das Neukunden einen deutlich höheren Beitrag zur PKV zahlen müssten. Dies ist allerdings ein extrinsischer Faktor, den nicht die PKV selbst beeinflussen kann.

 

Christoph Staub (Barmer GEK): Fairer Wettbewerb statt Abschaffung der PKV

Derweil sagt Christoph Staub, Vorsitzender der Barmer GEK gegenüber dem Handelsblatt, dass er für den Verbleib der PKV sei. Er wolle statt einer Abschaffung lieber einen „fairen Wettbewerb beider Systeme“. Damit dies gelingen kann, müsse die Private Krankenversicherung jedoch einige Probleme bereinigen. So stellt beispielsweise die Finanzierung der Altersrückstellungen bei sinkenden Zinsen auf dem Kapitalmarkt dauerhaft ein Problem dar. In der letzten Woche hatten die Debeka und die DKV das Absenken des Rechnungszinses von 3,5 auf 2,75 Prozent bestätigt. Dies führt letztlich zwangsläufig dauerhaft zu höheren Beiträgen, wie die aktuelle PKV Beitragserhöhung 2013 zeigt. Der Grund hierzu ist jedoch nicht im PKV-System selbst zu suchen, sondern an den Kapitalmärkten und bei den Notenbanken.

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