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PKV

PKV: Überprüfung des Nichtzahler-Tarifs

17. April 2012

Um die Kosten für die Gesundheitsversorgung von Nichtzahlern in der privaten Krankenversicherung zu senken, ist die Einführung eines Spezialtarifs vorgesehen. Allerdings steht die Einführung noch nicht zu 100 Prozent fest. Aktuell werde der Entwurf des Tarifs von der Bundesregierung geprüft, wie diese in einem Antwortschreiben an die Bundestagsfraktion „Die Linke“ erklärte. Geschätzt wird die aktuelle Anzahl von nichtzahlenden Versicherten auf rund 150.000 Versicherte die bisher Kosten von rund 500 Millionen Euro verursacht haben.

 

Versicherungspflicht sorgt für Probleme

Verursacht wurde die Problematik durch die im Jahre 2009 eingeführte Versicherungspflicht, welche ursprünglich dafür sorgen sollte, dass keine Versorgungslücken bei Versicherten entstehen. Aufgrund dieser Regelung ist es den privaten Versicherern nun nicht mehr möglich, Versicherten zu kündigen, wenn diese mit ihrer Beitragszahlung im Rückstand sind. Wer seine Beiträge nicht zahlt, der erhält die sogenannte Ruhezeit. In dieser Zeit werden nur die Behandlungskosten für akute Fälle, wie beispielsweise einer Schwangerschaft, Unfällen oder anderen akuten schmerzen oder Erkrankungen übernommen.

 

Ämter bieten finanzielle Unterstüzung bei Hilfsbedürftigkeit

Der Meinung vieler Experten zufolge dürfte gerade diese Maßnahme dazu geführt haben, dass viele Versicherte ihre Beiträge nicht mehr bezahlen würden. Dabei handelt es sich in vielen Fällen um Versicherte, die ihre Beiträge aus finanzieller Sicht eigentlich zahlen könnten, es aber einfach nicht tun. Wer jedoch wirklich nicht im Stande ist, seine Beiträge zur PKV zu zahlen, kann sich vom Amt finanzielle Unterstützung einholen und einen Wechsel in den Basistarif der privaten Krankenversicherung vollziehen. Dieser an die Leistungen und die Beitragshöhe der gesetzlichen Krankenversicherung angelehnt. Ist eine Hilfsbedürftigkeit vorhanden, so wird der Beitrag zum Basistarif zudem halbiert. Ist dieser immer noch zu hoch, so erhält der Versicherte einen Zuschuss vom Grundsicherungsträger.

 

 

Viele Nichtzahler auch in der GKV vorhanden

Aber nicht nur in der privaten, auch in der gesetzlichen Krankenversicherung bereiten nichtzahlende Versicherte zunehmend Probleme. Insgesamt zahlen rund 638.000 Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung ihre Beiträge nicht und haben so bisher einen Schaden von rund 1,2 Milliarden Euro verursacht. Um der Problematik Herr zu werden, soll jedoch kein Spezialtarifeingeführt werden. Nach Meinung der Regierung hätten die Kassen genügend Möglichkeiten, um derartige Vergehen zu ahnden, beispielsweise durch Leistungskürzungen, Säumniszuschläge oder Ratenzahlungen.

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