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PKV

PKV: System benötigt Reformen

10. Mai 2012

In einem Interview mit der „Welt“ äußerte Ärztekammer Präsident Frank Ulrich Montgomery seine Meinung zur privaten aber auch zur gesetzlichen Krankenversicherung. Seiner Meinung nach zufolge seien beide Systeme reformbedürftig. Die Ablösung des dualen Systems durch ein Einheitssystem wie die Bürgerversicherung hält Montgomery jedoch nicht für durchführbar.

 

Wettbewerb zwischen GKV und PKV garantiert gute Leistungen

Wenn in der kommenden Woche der Ärztetag in Nürnberg seine Pforten öffnet, gehört auch die Zukunft des dualen Systems zu einem der Hauptthemen. Allerdings hält zumindest Montgomery das Modell der SPD nicht für umsetzbar. Grund dafür sei die verfassungsrechtliche Überprüfung, die vor einer Einführung stattfinden würde. Bisher sei ihm kein Modell bekannt, dass dieser Prüfung statthalten würde, ohne dass es gravierende Mängel  geben würde, so Montgomery gegenüber der „Welt“. Nur durch den anhaltenden Wettbewerb zwischen den gesetzlichen und den privaten Krankenversicherern sei es möglich, den Versicherten umfangreiche und qualitativ hochwertige Leistungen zu ermöglichen.

 

Montgomery lehnt Bürgerversicherung ab

Im Falle der Bürgerversicherung würden jedoch die Krankenversicherer und auch die Versicherten teilweise enteignet, da für die Beitragsberechnung plötzlich das gesamte Einkommen herangezogen würde. Ein derartiger Eingriff würde daher eher zu mehr Problemen führen, als er lösen würde. Es sei an der Zeit, beide Systeme zu reformieren, so Montgomery. Zudem bemängelte Montgomery, dass kranke Menschen einen Zuschlag zahlen müssten, wenn sie in einer privaten Krankenversicherung versichert seien. Zudem sei es ein „Unding, dass Frauen in der Schwangerschaft von den privaten Versicherern abgelehnt werden. Er forderte daher, wie auch in der gesetzlichen Krankenversicherung, eine Art Kontrahierungszwang. Dieser besteht in der PKV bisher nur im Basistarif.

 

 

„PKV muss lernen zu sparen“

Montgomery erklärte zudem, man wollte noch 2012 einen neuen Entwurf zur Gebührenordnung für Ärzte auf die Beine stellen. Mit einer Umsetzung in dieser Wahlperiode rechnet Montgomery jedoch nicht. Diese solle klarer strukturiert werden und feste Abrechnungsbasen vorgeben. Den privaten Krankenversicherern die Möglichkeit zu geben, über die Preise mit Ärzten verhandeln zu können, lehnte Montgomery zudem ab. Er erklärte zudem, die PKV müsse lernen besser zu sparen. Gerade im Bereich der Maklerprovisionen stecke noch mehr Sparpotenzial, als bisher ausgeschöpft.

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