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PKV

PKV: Schafft sich die private Krankenversicherung selbst ab?

10. April 2012

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Verbraucherzentralen Bundesverbandes Gerd Billen, wird sich die private Krankenversicherung in den kommenden Monaten selbst abschaffen. Viele Branchenexperten sind hier jedoch anderer Meinung und wehren sich heftigst gegen die Vorwürfe, die PKV habe nur noch eine Lebensdauer von einigen Monaten. Neben der Kritik fordert der Billen Gesundheitsminister Daniel Bahr zudem auf, kundenfreundlichere Reformen für die private Krankenversicherung auf den Weg zu bringen.

 

Vebraucherzentralen-Bundesverband fordert kundenfreundliche Reformen

Grund für die große Kritik seitens des Bundesverbandes sind die heftigen Beitragssteigerungen, die teilweise bei bis zu 30 Prozent gelegen hätten, erklärt Billen gegenüber dem Focus. Zudem forderte er Bahr auf, das Preisgebaren der PKV untersuchen zu lassen sowie kundenfreundliche Reformen auf den Weg zu bringen. Billens Meinung nach ist der Tarifwechsel innerhalb der PKV noch nicht einfach und kundenfreundlich genug. Zwar haben alle Versicherten gesetzlich das Recht, bei Beitragserhöhung in einen günstigeren Tarif zu wechseln, jedoch besteht seitens der Versicherer keinerlei Auskunftspflicht bezüglich günstigerer Tarife. Einige Krankenversicherer wie jedoch die Debeka und die DKV wollen hier in Zukunft als Vorbild vorangehen und ihren Kunden die Möglichkeit des Tarifwechsels deutlich vereinfachen.

 

PKV-Verband weist Kritik zurück

Die private Krankenversicherung jedoch wehrt sich gegen die Anschuldigungen des Bundesverbandes. PKV-Verbandschef Volker Leienbach wirft dem Verband der Verbraucherzentralen sogar mangelnde Seriösität vor. Vielen verschiedenen Untersuchungen zufolge lagen die durchschnittlichen Beitragserhöhungen für Anfang 2012 nur bei 2 Prozent für die gesamte Branche. Zudem sei eine Anzahl von 144 Beschwerden, die der Bundesverband hervorgebracht hatte, nicht repräsentativ für eine Anzahl von rund 9 Millionen Privatversicherten.

 

 

Vermittlung von Neukunden immer schwieriger

Einem weiteren Problem der PKV, den zu hohen Provisionen für Versicherungsvermittler, ist seit dem 01. April ein Riegel vorgeschoben worden. Hier kann die maximale Provision künftig nur noch 9 Monatsbeiträge betragen. Versicherungsexperte Lars Gatschke erklärt, die Provisionen seien zudem in den letzten Monaten nur deshalb so stark angestiegen, da es für die Versicherungsvermittler immer schwieriger wurde, den Versicherern neue Kunden zu vermitteln. Nach Meinung von Gatschke reiche jedoch auch die neue Obergrenze für Versicherungsmakler nicht aus.

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