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PKV

PKV – Risikozuschlag auch nach Genesung möglich

29. April 2011

 

Selbst wenn die Leiden eines Patienten abgeklungen sind, dürfen private Krankenversicherungen noch einen Risikozuschlag erheben. Zu diesem Urteil kam jetzt das Oberlandesgericht Karlsruhe. Die PKV könne also auf eine Weiterzahlung des Risikozuschlags bestehen, selbst wenn der behandelnde Arzt feststellt, dass das Leiden, welchem zum Risikozuschlag geführt habe, nicht mehr besteht.

Vorerkrankung führt meist zu einem Risikozuschlag

Die privaten Krankenkassen versuchen, die Beiträge möglichst gering zu halten, aber eine breite Palette an Zusatzleistungen anzubieten. Um bei Patientin mit Vorerkrankungen rentabel zu arbeiten, kann eine private Krankenkasse bei jedem Kunden mit Vorerkrankungen einen Risikozuschlag erheben. So kann der Wechsel der privaten Krankenkasse schnell sehr teuer werden.

PKV trägt keine Kosten für verschwiegene Krankheiten

Anders als bei der GKV können PKV-Patienten in besonders gravierendem Fällen auch ablehnen. Das Risiko von eventuellen Vorerkrankungen wird bei einer Voruntersuchung vor Eintritt in die PKV geprüft. Der Antragssteller hat hier die Pflicht, korrekte Angaben über seinen Gesundheitszustand zu machen und nichts zu verschweigen. Sollte eine Krankheit oder ein Leiden verschwiegen werden und es kommt zur Behandlung, so ist die PKV nicht verpflichtet, die Kosten hierfür zu tragen.

Juristen zweifeln an der Urteils-Beständigkeit

Sollte das Gerichtsurteil durch die weiteren Instanzen gehen, so könnte dies eine Kostenexplosion für alle PKV-Versicherten bedeuten. Krankenkassen könnten so künftig selbst entscheiden, ob Sie einen Risikozuschlag erheben oder nicht. Allerdings bezweifeln viele Juristen, dass das Urteil lange bestehen bleibt. Der Kläger, ein Mann welcher ca. 180 Euro Risikozuschlag selbst nach Beendigung seines Rückenleidens zahlen sollte, bekam in der ersten Instanz Recht.

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