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PKV

PKV: Privatpatienten verzichten oft auf Kostenerstattung

4. April 2011

Fast scheint es, als sollten die Zeiten großzügiger Kostenerstattungen durch die private Krankenversicherung endgültig vorbei sein – denn Allianz, ARAG, Central, DKV und andere private Krankenversicherungen weigern sich zunehmend, anfallende Arztrechnungen in vollem Umfang zu erstatten. Ein lukratives Geschäft, so könnte man meinen – denn in der Regel verzichten Privatpatienten darauf, ihre Rechte im Zweifelsfall gesetzlich durchzusetzen.

Versicherte setzen ihr Recht selten durch

Fast 10 Prozent der eingehenden Rechnungen werden bei der Allianz Krankenversicherung korrigiert, über 100 Millionen Euro, die die DKV über mehrere Jahre verteilt nicht an ihre Versicherten gezahlt hat – Arztrechnungen zu kürzen und nicht in vollem Umfang zu bezahlen, ist bei den privaten Krankenversicherungen im Trend. So werden dank der Leistungskürzungen immer häufiger dann auch medizinisch notwendige Behandlungskosten gekürzt – ein Vorgehen, das den Versicherungen durchaus größere Einsparungen bringt, denn die wenigsten Versicherten setzen ihre Ansprüche gerichtlich durch. So sparen die Gesellschaften jedes Jahr mehrere Millionen Euro – doch Versicherte können sich gegen dieses Vorgehen zur Wehr setzen.

Begründung der medizinischen Notwendigkeit: behandelnder Arzt hilft

Bevor es zur Klage kommt, reicht zunächst ein Schreiben an die Versicherung aus mit einer Begründung, warum bei der vorgesehenen Behandlung medizinische Notwendigkeit vorliegt. Viele behandelnde Ärzte helfen bei der Formulierung dieser Begründung gerne weiter, denn auch sie kennen die Probleme ihrer Patienten mit den Kostenerstattungen durch die Versicherungen. Auch die Adressierung der Beschwerde an den Vorstand der PKV kann nicht schaden – denn Sachbearbeiter haben meist nur wenig Handlungsspielraum, wenn es um die Korrektur ihrer Entscheidung geht. Wie so oft im Leben, gilt also auch hier – wer wagt, gewinnt. Im Zweifelsfall hilft ein Einspruch also möglicherweise, die entsprechende Zahlung doch noch zu erstreiten.

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