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PKV

PKV: Privatklinik gewinnt Rechtsstreit

14. März 2011

Privatkliniken genießen in Deutschland einen guten Ruf. Sie bieten den Patienten nicht selten herausragende Leistungen und sorgen so für eine schnelle Genesung. Der PKV-Verband klagte jetzt allerdings gegen höhere Preise bei Privatkliniken und unterlag im Rechtsstreit. Für Versicherte in der privaten Krankenversicherung hat diese Entscheidung keinen Einfluss. Auch die höheren Kosten für die Unterbringung in der Privatklinik für Privatpatienten muss die private Krankenversicherung erstatten.

Privatklinik teurer als öffentlicher Krankenhäuser

Versicherte der privaten Krankenkassen können, sofern dies in den Versicherungsbedingungen vereinbart wurde, die Behandlung nicht nur in öffentlichen Kliniken, sondern auch in Privatkliniken vornehmen lassen. Die Leistungen der einzelnen Kliniken können dabei durchaus hochwertiger sein als in den öffentlichen Krankenhäusern. Diese umfangreicheren Leistungen müssen allerdings häufig auch mit höheren Prämien ausgeglichen werden.

PKV unterliegt vor Gericht: Privatkliniken dürfen höhere Kosten abrechnen

Der Konzern Helios beispielsweise unterhält in Erfurt neben öffentlichen Kliniken auch eine Privatklinik. Dort werden teils höhere Preise verlangt als auch anderen Krankenhausstationen, denn Berechnungen des PKV-Verbandes zufolge sind die Behandlungskosten in der Privatklinik um bis zu 50 Prozent erhöht. Diese deutliche Preiserhöhung hat den PKV-Verband jetzt dazu veranlasst, hiergegen Klage wegen Sittenwidrigkeit zu erheben. Das Landgericht Erfurt jedoch hat die Klage abgewiesen, da Sittenwidrigkeit nicht zu erkennen sei. Die Richter vertraten sogar die Ansicht, dass eine Privatklinik durchaus höhere Preise berechnen kann, da sie als Privatunternehmen natürlich ein Interesse an der Erzielung von Gewinnen hat.

PKV Police: auf die freie Arzt- und Krankenhauswahl kommt es an

Die Entscheidung des Landgerichts Erfurt ist vergleichbar mit anderen gerichtlichen Entscheidungen, die bereits in anderen Bundesländern getroffen wurden. Für Privatpatienten bedeutet dies, dass sie auch weiterhin hier behandelt werden können und die Kosten von der Krankenversicherung erstattet bekommen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn Versicherte mit ihrer PKV die freie Arzt- und Krankenhauswahl vereinbart haben. Besteht diese Wahlfreiheit nicht, sind auch Behandlungen in Privatkliniken in der Regel ausgeschlossen.

 

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