zum Inhalt

Politik

PKV: Politik verliert Vertrauen in private Krankenversicherung

5. Januar 2012

Neben steigenden Beiträgen, Problemen mit Nichtzahlern und einem sinkenden Image hat die private Krankenversicherung noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Viele Politiker, die dem privaten System bisher den Rücken freigehalten hatten, zweifeln nun an der Tragfähigkeit und an der Zukunft des Systems.

 

PKV verliert politischen Rückhalt

Scheinbar scheint die private Krankenversicherung nun auch die letzten Verteidiger des privaten Systems zu verlieren. Lediglich einige Politiker der FDP sowie der CDU/CSU wie beispielsweise Gesundheitsminister Daniel Bahr verteidigen das duale System. Bahr: „Nur mit einem dualen System sei es möglich, den Versicherten eine Vielfalt an Möglichkeiten zu bieten“. Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU geht davon aus, dass mit dem dualen System bereits 2020 Schluss sei. Spahn geht davon aus, das Krankenversicherungssystem werde sich zu einer großen Gemeinschaft zusammenschließen, in welcher alle Berufsgruppen und Einkommensklassen vereint werden könnten.

 

Vorteile beider Systeme in einem System vereinen

Sollte es jedoch tatsächlich zu einem offenen Markt für PKV und GKV kommen, so könnten die privaten Krankenversicherer von der Marktmacht der gesetzlichen Krankenversicherer „erdrückt“ werden. Viele Ökonome, wie beispielsweise Dr. Thomas Drabinski vom Institut für Mikrodaten-Analyse hält den Zusammenschluss beider Systeme für sinnvoll. Man müsse ein System schaffen, in dem die Vorteile beider Krankenversicherungssysteme vereint werden können, so Drabinski. Dies könnte so aussehen, dass ein jeder Versicherter eine Art Basisschutz erhält, welcher dann über die privaten Krankenversicherer mit Krankenzusatzversicherungen aufgestockt werden könnte.

 

 

PKV nur von Zusatzversicherungen nicht lebensfähig

Uwe Laue, Chef des größten privaten Krankenversicherers Debeka, gab zu Wort, dass alleine der Vertrieb von privaten Krankenzusatzversicherungen jedoch nicht für eine Finanzierung des Systems ausreiche. Sollte es zu einer derartigen Situation kommen, müsste das PKV-System deutlich verschlankt werden. Eine erste endgültige Entscheidung zum System-Verlauf der PKV wird im Jahr 2013 nach der Bundestagswahl fallen. Experten erwarten jedoch bereits 2012 eine Beeinträchtigung des PKV-Geschäftes durch die Diskussionen und Spekulationen rund um die Bürgerversicherung. Viele potenzielle PKV-Neukunden könnten sich durch die Diskussionen rund um die Bürgerversicherung verunsichert fühlen und mit einem Wechsel warten, schätzt Laue.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie