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PKV

PKV: Politik in der Verantwortung für Nichtzahler?

11. Mai 2012

Nach Ansicht des Ex-Vorstandes der bayrischen Versicherungskammer, Friedrich Schubring-Giese, ist es nicht an den Versicherern, sondern an der Politik, die Problematik der Nichtzahler in den Griff zu bekommen und für die fehlenden Beitragseinnahmen aufzukommen. Zudem sprach er sich für die Erhaltung des dualen Systems aus PKV und GKV aus. Die Bürgerversicherung kommt seiner Meinung nach als Alternative nicht in Frage.

 

Nichtzahler auch weiterhin ein großes Problem

Auch wenn viele Versicherer bereits entsprechende Gegenmaßnahmen eingeläutet haben, so stellen die vorhandenen Nichtzahler auch weiterhin ein großes Problem in der privaten Krankenversicherung dar. Insgesamt verursachten die Nichtzahler mittlerweile ein Minus in den Kassen der privaten Versicherer von rund 554 Millionen Euro. Aber auch der zweite Bestandteil des dualen Systems, die gesetzliche Krankenversicherung, hat massiv unter nichtzahlenden Versicherten zu leiden. Insgesamt verursachten die Nichtzahler hier bisher Unkosten in Höhe von 1,53 Milliarden Euro.

 

Spezialtarif wartet auf Freigabe

Ursprünglich war es vorgesehen, der Problematik durch die Einführung eines Spezialtarifs für Nichtzahler zumindest zum Teil Herr zu werden. Der entsprechende Antrag liegt jedoch auch weiterhin in bei der Bundesregierung in Überprüfung. Eine Freigabe  ist bisher noch nicht absehbar. Dieser sieht es vor, nach zwei Mahnungen bei ausbleibender Zahlung die Leistungen auf eine Art Basisversorgung zu verringern. Auch Altersrückstellungen sollen im Spezialtarif nicht aufgebaut werden. Der Kosten des Tarifs sollen sich auf 100 Euro im Monat belaufen, was in vielen Fällen deutlich unter dem monatlichen Beitrag liegen dürfte.

 

 

Schubring-Giese für Erhalt des dualen Systems

Neben dem Spezialtarif äußerte sich der Ex-Vorstand der bayrischen Versicherungskammer auch für den Erhalt des dualen Systems und gegen die Einführung der Bürgerversicherung. Das System aus PKV und GKV sorge dafür, dass aus dem stetigen Konkurrenzkampf eine hohe Leistungsqualität für die Versicherten resultiere. Der Modellentwurf der SPD hingegen sieht eine Abschaffung des als „Zwei-Klassen-System“ betitelten dualen Systems vor. Nach Ansicht Schubring-Gieses zufolge ist jedoch nur das private System gegen die Veränderungen in Hinsicht auf steigende Kosten und die demografische Entwicklung.

 

Steuerliche Förderung der privaten Pflegeversicherung

Zudem erklärte er, er begrüße die steuerliche Förderung im Bereich der Pflegepflichtversicherung. Wer künftig eine freiwillige, private Altersvorsorge betreiben möchte, kann diese steuerlich geltend machen, dies war bisher nicht der Fall. Allerdings sollte dies nur der Anfang sein, so Schubring-Giese. Man dürfe sich nicht auf den neuen Regelungen ausruhen, sondern müsse daran arbeiten, die Förderung für den Aufbau einer privaten Vorsorge auch weiterhin zu erweitern.

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