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PKV

PKV: Morgen & Morgen Rating – Starke und schwache Versicherer

26. August 2015

Die Private Krankenversicherung leidet aktuell unter dem schwachen Neugeschäft im Hinblick auf das Segment der Vollversicherung. Gleichzeitig beschert das anhaltende Zinstief ihr geringere Einnahmen. Ausgehend von dieser Ausgangskonstellation bewertete die Ratingagentur Morgen & Morgen auch 2015 wieder PKV-Vollversicherer.

PKV-Versicherer leiden unter anhaltendem Zinstief

Was für die Gesamtwirtschaft als besonders positiv betrachtet wird, beschert den PKV-Versicherungsgesellschaften derzeit nur niedrige Einnahmen. Insbesondere die Tatsache, dass aufgrund der guten Arbeitsmarktlage immer weniger Personen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und stattdessen als Angestellte in der gesetzlichen Krankenversion versichert werden, ist dafür verantwortlich, dass die private Krankenversicherung im Hinblick auf eine Vollversicherung immer weniger nachgefragt wird. Auch die Berichterstattung im Hinblick auf die so genannten Billigtarife sorgte für einen Rückgang im Neukundengeschäft. Mit Blick auf die Zusatzversicherungen gibt es lediglich geringe Zuwächse.

Die Branche hatte sich aber andere Zuwächse erhofft. Nach Angaben von Morgen & Morgen sorgt auch die bereits seit längerem anhaltende Niedrigzinsphase mit einer Nettoverzinsung von unter vier Prozent für Mindereinnahmen bei den PKV-Versicherern. Dies führte dazu, dass einige Versicherungsunternehmen den Rechnungszins in Bestandskundenverträgen senken mussten und dadurch Beiträge gleichzeitig erhöhen mussten. Im Rahmen des Neukundengeschäfts beträgt der Rechnungszins lediglich 2,75 Prozent. Dies wiederum führt zu einem stetigen Absinken des durchschnittlichen Rechnungszinses bei den Bestandskunden.

Morgen & Morgen: Vier PKV-Versicherer mit „ausgezeichnet“ bewertet

Im Zuge dieser Ausgangssituation führte das Ratinghaus Morgen & Morgen sein aktuelles Private-Krankenversicherung-Rating durch. Das Fazit von Morgen & Morgen lautet dabei, dass “trotz schwierigem Umfeld die Versicherer weiterhin gut aufgestellt sind“. Dies teilte der Geschäftsführer von Morgen & Morgen, Peter Schneider, der Presse gegenüber mit. Auffällig ist allerdings, dass es im aktuellen Ranking im Hinblick auf die Positionen der einzelnen Versicherer mehr Bewegung als in den letzten Jahren gibt. Sechs Unternehmen konnten sich hinsichtlich ihrer Marktposition verbessern, fünf Versicherer verschlechterten sich. Lediglich vier Unternehmen konnten die Bestnoten “ausgezeichnet“ erhalten. Insgesamt elf PKV-Versicherer wurden hingegen mit der Note “schwach“ beziehungsweise “sehr schwach“ benotet.

Zehn Bilanzkennzahlen als Bewertungskriterium

Als Grundlage für das Rating nutzt Morgen & Morgen zehn Bilanzkennzahlen, bezogen auf eine Fünfjahresbetrachtung. Die folgenden Kriterien werden dabei in die Bewertung aufgenommen: Abschlusskostenquote, Eigenkapitalquote, Bewertungsreservequote, versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote, Nettoverzinsung, RfB-Quote, RfB-Zuführungsquote, Verwaltungskostenquote, Wachstumsrate der Voll-und Zusatzversicherten.

Das Morgen & Morgen-Ranking im einzelnen

Darauf aufbauend erhielten die folgenden PKV-Versicherer die Note fünf Sterne beziehungsweise “ausgezeichnet“: Allianz, Alte Oldenburger, Mecklenburgische, Provinzial.

Die Note vier Sterne beziehungsweise “sehr gut“ erhielten die Debeka, Deutscher Ring, DEVK, Hallesche, LKH, LVM und Signal. Drei Sterne beziehungsweise die Note “durchschnittlich“ gab es für die ARAG, die Central- Krankenversicherung, die Concordia, die DKV, Hanse Merkur, Inter, Pax, R+V, Universa und SDK. Lediglich zwei Sterne beziehungsweise die Note “schwach“ erhielten die Barmenia, die Bayrische Beamtenkrankenkasse (BBKK), Continentale, Gothaer, HUK-Coburg, Münchener Verein, die Nürnberger Versicherung und die UKV. Lediglich einen Stern und damit die Note “sehr schwach“ gab es für die AXA, die Mannheimer sowie die Württembergische Versicherung.

Die AXA erhielt auch bereits bei der letztjährigen Bewertung nur schwache Noten. Dass sich die Situation der AXA gegenüber dem Vorjahr nichts allzu sehr verändert hat, liegt sicherlich auch an dem Betrachtungszeitraum von fünf Jahren, der sich auch noch beim aktuellen Ranking bemerkbar macht. Bereits im Februar gab es eine veröffentlichte Untersuchung von Morgen & Morgen. Dabei wurden aber nicht die Bilanzkennzahlen bewertet, sondern die Leistungsfähigkeit der einzelnen Tarife.

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