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PKV

PKV: Krankenversicherer sehen Tarifwechsel nicht gerne

13. Dezember 2011

Erhöht ein Krankenversicherer die Beiträge oder die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung, so hat der Versicherte das Recht, in einen anderen gleichwertigen Tarif des Krankenversicherers zu wechseln. Krankenversicherer selbst sind von dieser Möglichkeit jedoch alles andere als angetan, da ein Tarif-Wechsel häufig viel Bürokratie erfordert.

 

Tarifwechselrecht steht jedem Versicherten zu

Laut § 204 VVG steht jedem Privatversicherten, dessen Tarif eine Beitragserhöhung erfahren hat, das Recht zu einem Tarifwechsel innerhalb des Krankenversicherers zu. Möchte ein Versicherter in einen Tarif mit besseren Leistungen wechseln, so kann der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen und im Falle eines Falles einen zusätzlichen Risikozuschlag erheben. Können sich Versicherer und Versicherungsnehmer zu einem Ausschluss einiger Leistungen einigen, so ist auch ein Verzicht auf den Risikozuschlag möglich.

 

Tarifwechsel kann sich über Monate hinziehen

Versicherer sind jedoch von der Möglichkeit des Tarifwechsels alles andere als begeistert. Verständlich, da ein Tarif-Wechsel mit zusätzlicher Bürokratie sowie in fast allen Fällen mit einer Senkung der Beitragshöhe verbunden ist. Immer wieder hört man von Versicherern, die versuchen, ihre Kunden von einem Wechsel abzubringen bzw. sie über längere Zeiträume hinzuhalten. Hajo Köster vom Bund der Versicherten berichtete von einem Fall, in dem ein Versicherter ein knappes Jahr von seinem Krankenversicherer hingehalten wurde, ehe der Wechsel vollzogen wurde. Dies hat nach Kösters Meinung System. Auch in der Regel dauert ein Tarifwechsel einige Monate. Die Versicherer würden so versuchen, die Versicherten von einem Wechsel abzubringen, so Köster.

 

 

Hinweispflicht für Krankenversicherer gefordert

Wer also seinen Tarif wechseln möchte, sollte sich laut Köster auf ein längeres Hin und Her einstellen. Um einen Wechsel relativ zu vollziehen, empfiehlt der Justiziar, dem Versicherer einen Brief mit der Bitte um einen Tarifwechsel zu schreiben. Nicht fehlen sollte hier eine angemessene Antwortfrist. Eine gesetzliche Regelung für die Krankenversicherer würde dieser Problematik Abhilfe verschaffen, so Köster. Die Krankenversicherer müssten ihre Versicherten von Selbst auf die Tarife mit günstigeren Beiträgen hinweisen und nicht umgekehrt. Eine ähnliche Regelung existiert bereits, diese betrifft jedoch nur Versicherte über dem 60. Lebensjahr. Nach Angaben des PKV-Verbandes würde eine derartige gesetzliche Regelung der PKV nicht schaden, aktuell halte man sich lediglich an die gesetzlichen Richtlinien.

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