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PKV

PKV: Kostenübernahme unbedingt im Vorfeld prüfen

13. Februar 2012

Wer eine private Krankenversicherung anstrebt, sollte auf einige Punkte besonders achten. In einem aktuellen Fall war eine Frau in die private Krankenversicherung gewechselt und hatte den Antrag sowie die notwendigen Angaben zur Gesundheitsprüfung durch ihren Versicherungsvertreter ausfüllen lassen. Als sie dann jedoch zu einem späteren Zeitpunkt einige Rechnungen bei ihrem Krankenversicherer einreichen will, kündigt dieser ihr daraufhin das Versicherungsverhältnis. Wer zudem Leistungen seines Krankenversicherers in Anspruch nehmen will, sollte die Kostenübernahme bereits im Vorfeld absprechen, um nicht im Nachhinein auf den Kosten sitzen zu bleiben.

 

Frau verschwieg Voerkrankungen bei Gesundheitsprüfung

Die Begründung der Krankenversicherung lautet, die Frau habe der Krankenversicherung verschwiegen, dass mehrere Vorerkrankungen vorlägen. Den Antrag dafür hatte jedoch nicht die Frau persönlich, sondern ihre Versicherungsvertreter ausgefüllt und eingereicht. Das AD berichtete über den Fall und zitierte den Krankenversicherer: „Hätten wir bereits im Vorfeld von dieser schwerwiegenden Vorerkrankung gewusst, so hätten wir eine Krankenversicherung der Frau gar nicht erst in Betracht gezogen“. Infolge der Kündigung ging die Frau vor Gericht, eine Entscheidung steht in diesem Fall noch offen. Dieser Fall zeigt zudem, wie wichtig es ist, die Anträge sorgfältig und möglichst haargenau auszufüllen, um später keine Probleme mit dem Krankenversicherer zu bekommen.

 

Kostenübernahme im Vorfeld mit der Krankenversicherung absprechen

In einem anderen aktuellen Fall musste eine ältere Dame den medizinischen Dienst ihres Altenheimes bei der Medikamentengabe in Anspruch nehmen, da sie aufgrund ihrer Bindung an den Rollstuhl, diese nicht selbst einnehmen konnte. Ihrer Meinung nach deckte die häusliche Pflege ihrer privaten Krankenversicherung auch die Medikamentengabe ab, weshalb sie am Monatsende die Rechnung von rund 800 Euro bei ihrem Krankenversicherer einreichte. Der Krankenversicherer jedoch lehnte eine Kostenübernahme ab und verwies auf den Versicherungsvertrag, in dem die Gabe von Medikamenten explizit von den Versicherungsleistungen ausgeschlossen war. Die Frau zog daraufhin vor Gericht, musste jedoch vor dem Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht den Kürzeren ziehen. Da der Versicherungsvertrag eine Übernahme der Kosten für Medikamentengaben ausdrücklich ausschloss, blieb den Richtern nichts anderes über, als die Klage abzuweisen. Auch zeigt es sich, wie wichtig es ist, den Versicherungsvertrag gut durchzulesen. Behandlungen sollten zudem nicht ohne vorherige Absprache mit der Krankenversicherung durchgeführt werden, da es sonst zu derartigen Problemen kommen kann.

 

 

Versicherungsvertrag vor Abschluss gut durchlesen

Wer sich also für einen Wechsel in die private Krankenversicherung entscheidet, der sollte bei seinem Antrag und seiner Gesundheitsprüfung steht wahre Angaben machen und keine Details verschweigen, da dies sonst unangenehme Folgen haben kann. Auch ist es sehr ratsam, sich alle Unterlagen genauestens durchzulesen und bei Unklarheit Rücksprache mit dem Versicherer zu halten. Wer sich vorab unsicher ist, ob der gewünschte Tarif alle wichtigen Leistungen enthält, der sollte im Vorfeld einen unabhängigen Experten aufsuchen und diesen nach seiner Meinung zu dem gewählten Tarif befragen.

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