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PKV

PKV: Konsequenzen der Unisex-Tarife

3. Mai 2011

 

Viele Versicherungsmathematiker werden mit der jetzt in einem Urteil beschlossenen Unisex-Tarife der privaten Krankenkassen vor eine große Aufgabe gestellt. Vor allem in der Beitragshöhe sollen sich die neuen „geschlechtslosen“ Tarife bemerkbar machen.

„Das Geschlecht ist ein wichtiges Bewertungskriterium“

Die deutsche Aktuar Vereinigung e. V. (DAV)  sagte, „das Kriterium des Geschlechts sei ein wichtiger objektiver risikospezifischer differenzierender Faktor. Aktuell liegen keine Statistiken zu Sterberaten, bzw. Krankheits- oder Pflegefallwahrscheinlichkeiten vor. Laut DAV werde nun bei der Vergabe von neuen Unisex-Verträgen nicht mehr richtig hingeschaut, da das Geschlecht nun nicht mehr relevant ist. Konsequenz hieraus wäre, dass die umgewandelten Tarife viel teurer werden als sie es bisher waren.

Laut DAV müssen die Unisex-Tarife bis spätestens 2012 angeboten werden, was die Folge hat, das sich das Hauptzugangsalter bei Männern verteuert und bei Frauen ermäßigt. Allerdings ist dies nicht unbedingt eine Kostenersparnis für Frauen, ihre Tarife sind lediglich günstiger als die der Männer.

Junge Frauen und Männer würden von der Einführung profitieren

Das Versicherungsaufsichtsgesetz besagt, Beiträge von neu abgeschlossenen Verträgen dürfen nicht niedriger sein, als die von gleichaltrigen Bestandskunden, ohne Berücksichtigung der Altersrückstellung. So könnte aber jeder Bestandskunde nach Einführung der Unisex-Tarife in einen solchen wechseln und würde von den günstigen Beiträgen profitieren. Vor allem junge Frauen und ältere Männer könnten so eine Menge Geld sparen. Allerdings wäre ein Unisex-Tarif mit solchen Wechseln unterkalkuliert und würde sich auf Dauer nicht rechnen, was die Einmottung bzw. eine Beitragserhöhung zur Folge hätte.

Unisex-Tarife für Wechsler noch zu teuer

Ein guter Aktuar müsste unzureichend kalkulierte Tarife erkennen. Dies müsste aber früh genug passieren, damit die Beiträge nicht im Nachhinein angepasst werden müssen. Also wird bei den Unisex-Tarifen immer schon mit dem Höchstbeitrag gerechnet. So wäre der Tarif für viele Wechsler noch viel zu teuer und keiner würde in einen Unisex-Tarif wechseln. Eine Beitragssenkung würde erst mit der nächsten Beitragsanpassung erfolgen, was dann nach und nach einige Wechsel nach sich ziehen würde. Allerdings hätte dies auch eine Beitragssteigerung zur Folge.

 

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