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PKV

PKV: Keine Unisex-Tarife für Bestandskunden

23. Februar 2012

Endlich gibt es Klarheit im Bezug der Unisex-Tarife auf Bestandskunden. Das Bundesfinanzministerium hat nun offiziell bekannt gegeben, dass eine Einführung nicht für Bestandskunden erfolgen soll. Dies wirft jedoch einige Fragen auf, zum Beispiel inwiefern Bestandskunden dann das Recht auf einen Tarifwechsel besitzen oder wie die Beiträge der Unisex-Tarife am besten kalkuliert werden sollten. Das Versicherungsjournal führte zu diesem Thema eine Umfrage bei den Krankenversicherern sowie dem PKV-Verband durch und befragte diese nach ihrer Meinung.

 

PKV-Verband ohne Stellungnahme

Der Verband ließ über seinen Sprecher Stefan Reker erklären, dass man sich noch abwarten wolle und eine Stellungnahme nicht aufgrund von hypothetischen Äußerungen tätigen wolle. Reker fügte zudem hinzu, es fehlen aktuell vor allem im Bereich des Tarifwechselrechts noch einige entscheidende gesetzliche Regelungen. Diese würden aktuell vom Bundes-Finanzministerium mit der Aufsichtsbehörde BaFin ausgelotet und aufgestellt. Dabei müsse zwingend sichergestellt werden, dass die neuen Regelungen weder zu Lasten der Versicherten noch zu Lasten des Versicherers gingen.

 

Krankenversicherer rechnen mit großer Frauen-Dominanz in bestimmten Tarifen

Alle der befragten Krankenversicherer wollten jedoch bisweilen keine Äußerungen zu den Beiträgen der Unisex-Tarife machen, da die Kalkulationsverordnung bislang noch nicht vorliege. Die ARAG Krankenversicherung rechnet zudem damit, dass einige Tarifbereiche künftig stark von Frauen dominiert werden dürften und sich die Beitragshöhe der neuen Tarife deutlich stärker an den bisherigen Frauen- als Männertarifen orientieren dürften. Die Inter Krankenversicherung wies zudem darauf hin, dass neben dem reinen Geschlecht, auch die voraussichtlichen Wechselbewegungen der Versicherten bei der Kalkulation der neuen Beiträge eine Rolle spielen dürften. Aufgrund der bisher noch unbekannten Vorgaben der Kalkulationsverordnung ist eine sichere Prognose bisher nicht möglich. Die Debeka Krankenversicherung geht jedoch davon aus, dass die künftigen Beiträge irgendwo zwischen den jetzigen Frauen- und Männerbeiträgen liegen dürften.

 

 

Frage nach Tarifwechselrecht noch ungeklärt

Viele Experten nahmen bisher an, für Frauen dürfte es durch die Unisex-Tarife deutlich günstiger werden, sich in der privaten Krankenversicherung zu versichern. Da jedoch davon ausgegangen werden muss, dass vor allem Frauen durch die günstigen Tarife dann aus Bestandstarifen in die neuen Unisex-Tarife wechseln dürften, muss dieser Umstand natürlich von vorneherein mit einberechnet werden, erklärt die Debeka. Ob im Zuge der Unisex-Tarife nun ein Wechselrecht für Versicherte nach Paragraph 204 inbegriffen ist, ist jedoch unklar. Im § 204 VVG ist zwar die Rede von einem Tarifwechselrecht bei Bisex-Tarifen, nicht jedoch aber bei Unisex-Tarifen. Diese Frage wird in den nächsten Wochen durch das Bundesfinanzministerium klargestellt werden müssen.

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