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PKV

PKV: Höhere Kosten durch Minimalreform der GOZ

7. November 2011

Der neue Entwurf zur Gebührenverordnung für Zahnärzte wurde gestern vom Bundesrat durchgewunken. Damit stehen den Patienten gesetzlicher Krankenkassen 2012 höhere Kosten bei der Zahnbehandlung bevor. Insgesamt werden Honorarkosten um rund 6 Prozent angehoben.

 

Höhere Kosten für gesetzlich Versicherte

Die Änderung an der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) betrifft weitestgehend die Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen. Alle Leistungen die nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen gezahlt werden, werden in der GOZ geregelt. Da die Kosten aber nicht von den Versicherungen getragen werden, müssen sie von den Patienten alleine getragen werden.  Lediglich Patienten mit einer privaten Krankenversicherung oder einer Krankenzusatzversicherung müssen die Kosten nur teilweise oder gar nicht tragen.

 

Überarbeitung dringend notwendig

Der Grund für die Änderung an der GOZ ist, dass die Kostenübernahme für viele neue Behandlungsmethoden noch nicht aufgenommen wurde. Daher wurden diese Behandlungsmethoden bisher bei der Abrechnung auch nicht berücksichtigt. Betrachtet man das letzte Bearbeitungsdatum der GOZ, 1988, so ist dies auch kein Wunder. Die gestiegenen Kosten für die Leistungsabrechnung werden bei gesetzlich Versicherten durch eine private Krankenzusatzversicherung getragen. Bei Privatversicherten ist die Kostenübernahme kein Problem. Gesetzlich Versicherte ohne Zusatzpolice müssen für die Kosten selbst aufkommen.

 

 

PKV-Verband kritisiert GOZ-Reform

Der Verband der privaten Krankenkassen (PKV-Verband) hatte zunächst große Bedenken geäußert, die Änderung der GOZ könnte in Kostensteigerung von bis zu 20 Prozent ausufern. Volker Leienbach, Präsident des PKV-Verbands erklärte: „Mit der Überarbeitung der GOZ habe man leider verpasst, anstelle der Erhöhungen eine Honorarberechnung auf betriebswirtschaftlichen Grundlagen zu entwickeln“.  Laut PKV-Verband bestehe bei der Honorarhöhe der Zahnärzte kein Erhöhungsbedarf, da diese in den letzten Jahren bereits stark angestiegen waren.

 

BZÄK sieht Verbesserungspotenzial

Besonders glücklich über die Überarbeitung des GOZ ist die Bundeszahnärztekammer (BZÄK).  Auch die kassenzahnärztliche Bundesvereinigung gab sich positiv über die erfolgte Überarbeitung. Allerdings sehen beide Institutionen noch Verbesserungsbedarf im Detail der Gebührenordnung. Präsident der Bundeszahnärztekammer, Peter Engel erklärte: „Zwar sei die Überarbeitung der GOZ längst überfällig gewesen, ein riesen Schritt nach vorne sei der Regierung jedoch nicht gelungen“. Zwar sei die GOZ in einigen Punkten überarbeitet und modernisiert worden, entscheidende Punkte seien bei dieser „Minimalreform“ jedoch ausgelassen worden. Insgesamt sei die GOZ lediglich ein wenig übersichtlicher geworden, so Engel.

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