zum Inhalt

GKV

PKV: HEK-Chef für Erhalt des dualen Systems

23. April 2012

Nachdem sich in den vergangenen Tagen und Wochen immer mehr Vorstandsmitglieder beider Systeme zum Erhalt der privaten Krankenversicherung ausgesprochen haben, äußerte sich nun auch der Vorstandsvorsitzende der Hanseatischen Krankenkasse (HEK), Jens Luther, in einem Interview mit der Euro am Sonntag zu den Geschehnissen.

 

Luther gegen Bürgerversicherung

Luther sprach sich dabei für mehr Wettbewerb zwischen den beiden Systemen aus, sprach sich aber gleichzeitig deutlich für einen Erhalt der privaten Krankenversicherung und somit auch des dualen Systems aus. Eine Zusammenlegung beider Systeme beispielsweise durch das von der SPD angestrebt Modell der Bürgerversicherung lehnte Luther ab, da dies lediglich zu einer Verallgemeinerung führe und somit keine Gleichbehandlung mehr zulasse. Allerdings ist dies ja genau einer der entscheidenden Punkte, die mit der Bürgerversicherung erreicht werden sollte. Weg vom Zweiklassensystem, hin zur Krankenversicherung, die für alle Versicherten den gleichen Standard bietet.

 

Privatisierung von GKV keine Lösung

Auch der Vorschlag von Norbert Klusen, Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, stieß bei Luther auf keine große Gegenliebe. Eine Privatisierung der gesetzlichen Krankenversicherung sei keine Lösung für die aktuellen Probleme und sei auch nicht unbedingt zukunftsfähig. Das wichtigste Ziel bestehe nun darin, an einem funktionierenden Modell zu arbeiten, welches eine gute Alternative zur bei der Mehrheit beliebten Bürgerversicherung biete.

 

 

Luther spricht sich für bessere Fusionskontrolle aus

Zudem äußerte sich Luther zu den vielen Fusionen innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Seiner Meinung nach dürfte es auch in Zukunft immer wieder zu Fusionen kommen, bei denen nicht unbedingt der wirtschaftliche Gedanke, sondern die Größe des Versichertenbestandes eine große Rolle spielen dürfte. Luther forderte daher eine deutlich bessere Fusionskontrolle. Aktuell ist das Bundeskartellamt für die Aufgabe zuständig.

 

Mehr Zusammenarbeit zwischen GKV und PKV

Um auch weiterhin ein funktionierendes Gesundheitssystem bilden zu können, sei es unbedingt nötig, eine größere Kassenvielfalt zu schaffen, sowie einen fairen Wettbewerb und eine friedliche Koexistenz von PKV und GKV. Die Systeme müssten mehr miteinander arbeiten, als gegeneinander. Auf die derzeitige Umlagefinanzierung werde man in den kommenden Jahren nicht verzichten können. Nur so lassen sich steigende Kosten im Gesundheitswesen sowie der voranschreitende demografische Wandel bewältigen.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie