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PKV

PKV: Großer Auftrieb im Neukundengeschäft

21. November 2011

Während die gesetzliche Krankenversicherung weiterhin unter den Veränderungen und Regelungen der letzten Gesundheitsreform und der damit verbundenen Einführung des Gesundheitsfonds zu leiden hat, konnte die private Krankenversicherung von den neuen Regelungen deutlich profitieren und steigerte ihr Neukundengeschäft um rund 20 Prozent. Grund für die positive Entwicklung ist die Abschaffung der der 3-Jahres-Grenze.

 

PKV profitiert von Gesundheitsreform

Bisher war es gesetzlich Versicherten nur möglich in die PKV zu wechseln, wenn diese an 3 bestimmten Stichtagen ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze nachweisen konnten. Mit Einführung der Gesundheitsreform wurde diese 3-Jahres-Grenze gegen eine 1-jährige Frist eingetauscht. Auch die leichte Herabsetzung der Versicherungspflichtgrenze auf 45.900 Euro dürfte zu der positiven Entwicklung beigetragen haben. Insgesamt nutzen 2011 deutlich mehr Versicherte die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Rund 20 Prozent mehr waren es in den ersten 6 Monaten 2011, für das zweite Halbjahr 2012 werden ähnliche Zahlen erwartet.

 

Nachteile der Gesundheitsreform für die GKV

Was sich als großer Vorteil für die privaten Krankenversicherer herausstellt, ist aber ein deutlicher Nachteil für die gesetzlichen Krankenversicherungen. So wechselten 2011 beispielsweise deutlich mehr Besserverdiener in die PKV als noch in den Jahren zuvor. Vor allem ältere und kranke Menschen bleiben häufig in ihrer gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Diese kosten häufig aber mehr Geld, als sie der Krankenkasse durch ihre Beitragseinnahmen einbringen. Damit rückt das Prinzip des solidarischen Prinzips der GKV in weitere Ferne, da die Zahl der  Versicherten, die die Kosten für alte und kranke Menschen tragen sollten, rückläufig ist. Auch der Gesundheitsfond sowie der Zusatzbeitrag machen den gesetzlichen Krankenversicherungen zu schaffen. So mussten 2011 bereits 2 gesetzliche Kassen den Betrieb einstellen, da sie es aus eigener Kraft nicht mehr schafften, einen stabilen finanziellen Stand herzustellen.

 

 

Geschäft mit Krankenzusatzversicherungen boomt

Neben den Krankenvollversicherungen konnten die privaten Kassen aber auch im Bereich der Krankenzusatzversicherungen zulegen. Hier konnte die PKV die Zahl der Abschlüssen von 77.000 (2010) auf rund 119.000 (2011) steigern. Auch hier spiegeln die Zahlen nur die Abschlüsse des ersten Halbjahres wieder, auch für das 2. Halbjahr dürften sie entsprechend gut ausfallen. Viele Krankenversicherer wollen zudem künftig verstärkt auf den Vertrieb von privaten Krankenzusatzversicherungen setzen, so dass hier in Zukunft weiterer Wachstum zu erwarten ist. Die Beitragseinnahmen der privaten Krankenversicherung für 2011 schätzen Experten auf rund 34,9 Milliarden Euro, was eine Steigerung von knapp 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ergeben würde. Der Löwenanteil der Beitragseinnahmen entfällt dabei auf die Krankenvollversicherungen mit rund 32,79 Milliarden Euro.

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