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GKV

PKV & GKV: Zusammenlegung keine Alternative

12. April 2012

Nachdem gestern der Vorsitzende der Techniker Krankenversicherung, Norbert Klusen, die Zusammenlegung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung gefordert hatte, äußert sich nun auch der Direktor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, zu den Forderungen. Dieser hält jedoch so gar nichts von den Vorschlägen des TK-Chefs, da auch eine Zusammenlegung beider Systeme nicht alle Probleme lösen könne. Ganz im Gegenteil, die aktuelle Finanzierung der GKV könnte dafür sorgen, dass sich das Problem mit dem demografischen Wandeln noch weiter verschlimmern könnte.

 

Klusen fordert Umwandlung von GKV in private Aktiengesellschaften

Erst gestern hatte Klusen gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) seinen Vorschlag zu einem gemeinsamen System aus PKV und GKV erklärt. Geht es nach Klusen, so sei die Umwandlung der gesetzlichen Krankenkassen in Aktiengesellschaften die einfachste Methode, um ein gemeinsamen System zu schaffen. Dies habe den Vorteil, dass sowohl die jetzigen privaten als auch gesetzlichen Krankenversicherungen dann zu gleichen Bedingungen im Wettbewerb auftreten könnten und dies durchaus auch für die Versicherungsnehmer große Vorteile hätte.

 

Umwandlung der GKV nicht ohne weiteres möglich

Leienbach ist von diesem Vorschlag nicht wirklich überzeugt. Zudem sei es fraglich, inwiefern eine Umwandlung der gesetzlichen Krankenversicherungen in private Aktiengesellschaften möglich sei, dabei aber gleichzeitig den Leistungskatalog der GKV beizubehalten. Klusen hatte in seinem Vorschlag erklärt, beide Systeme sollten einige ihrer derzeitigen Privilegien behalten. Dazu gehört beispielsweise der Leistungskatalog sowie die einkommensabhängige Finanzierung der gesetzlichen KV. Die private Krankenversicherung soll im Laufe eines Zusammenschlusses den Vorstellungen Klusens nach das Recht auf eine freie Kundenauswahl behalten.

 

 

GKV könnte auf den Sektor der Zusatzversicherung drängen

Leienbachs Meinung zufolge hätte die Privatisierung der GKV noch einige andere Problemstellen. Die  gesetzliche Krankenversicherung müsste sich infolge dessen komplett unter die Aufsicht der Versicherungsaufsicht begeben und müsste zudem auf staatliche Subventionen und Steuervorteile verzichten. Für das jetzige System würde dies einige große Einschnitte bedeuten, deren Tragbarkeit mehr als fraglich sein, so Leienbach. Zudem würde die GKV durch ihre bessere Stellung aufgrund des massiven Kundenvorteils versuchen, den privaten Versicherern das Geschäft mit den privaten Krankenzusatzversicherungen strittig zu machen.

 

Zwei-Säulen-System ist einzigartig

Leienbach zufolge stellt das derzeitige System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung im klassischen Zwei-Säulen-System eine sehr gute Versorgung dar. Zwar gebe es in beiden Systemen kleinere als auch größere Probleme, allerdings laufen die Planungen hier momentan auf Hochtouren. Im internationalen Vergleich habe Deutschland zudem mit dem derzeitigen System in vielen Bereichen die Nase vorne.

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