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PKV

PKV GKV: Privatpatient kommt vor Kassenpatient

7. Juni 2011

 

In der Gesellschaft gilt dies bereits als normal: Menschen, welche einer PKV angehören, bekommen schneller Termine als gesetzlich Versicherte. Dies ist jetzt wieder zur Tatsache geworden. Nach einer repräsentativen Umfrage, durch den Bundesverband der deutschen Betriebskrankenkassen in Auftrag gegeben, gibt es feste Zahlen zu den Vermutungen. Auch die Gründe dafür sind sowohl einfach als auch verständlich: Mitglieder der PKV sind finanziell lukrativer als gesetzlich Versicherte. Im Schnitt erhält ein Arzt 20-45% mehr durch die Behandlung eines privat Versicherten.

 

Bevorzugte Behandlungen für Mitglieder der PKV

Benötigt ein Privatpatient einen Arzttermin, wartet dieser im Schnitt 14 Tage, bis er einen Konsultationstermin bekommt. Bei einem Kassenpatienten beträgt die Wartezeit im Schnitt 20 Tage. Das sind also ganze sechs Tage mehr. Auch bei den Wartezeiten in der Arztpraxis gibt es Unterschiede. So sitzt ein gesetzlich Versicherter mit durchschnittlich 27 Minuten insgesamt 6 Minuten länger als privat Versicherte.

 

Ausnahme bei Notfällen

Die einzige Ausnahme, bei der eine Gleichberechtigung unter den Versicherten herrscht, ist der Notfall. Wenn ein Patient als akuter Notfall oder gar mit lebensbedrohenden Symptomen einen Termin suchte, fand diesen in fast 70% der Fälle noch einen Arzt, der ihn behandelte. Das Gegenteil einer Notfallbehandlung ist die Untersuchung bei einem Facharzt. Dort warten gesetzlich Versicherte im Schnitt 26 Tage während privat Versicherte nur knapp über 8 Tage warten müssen.

 

Ungleichbehandlung von Kassenpatienten und Privatpatienten setzt sich fort

Die Umfrage zeigte ebenfalls auf, dass diese Ungleichheiten schon eine ganze Weile existieren und schon gravierender waren. Im Jahr 2008 warteten gesetzlich Versicherte auf einen normalen Arzttermin 21 Tage. Der Rückstand jedoch ist immer noch zu groß, um von einer Annäherung zu sprechen.

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