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GKV

PKV & GKV: Gehälter auf dem Prüfstand

19. Dezember 2011

Die „Ärzte Zeitung“ hat nun in einem aktuellen Bericht die Gehälter der Kassenvorstände von PKV und GKV genauer unter die Lupe genommen. Dabei zeigten sich immense Unterschiede zwischen beiden Systemen auf. Gerade bei den Versicherten dürften die hohen Gehälter der meisten Vorstandsvorsitzenden in Zeiten der Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen nicht gut angekommen.

 

PKV zahlt Vorständen höhere Gehälter

Betrachtet  man die einzelnen Systeme für sich, so machen sich zwischen GKV und PKV doch sehr große Gehaltsunterschiede bemerkbar. Auf die Versichertenzahlen heruntergerechnet relativieren sich die Gehälter beider Systeme jedoch fast, berichtet die Ärzte Zeitung. So waren es beispielweise im vergangenen Jahr rund 4,47 Euro, die jeder Versicherte zu den Gehältern des Vorstandes der Allianz Krankenversicherung beitrug. Versicherte der Central Krankenversicherung beteiligten sich mit 3,34 Euro an den Vorstandsgehältern. Zwar belief sich der Anteil pro Versicherten bei den gesetzlichen Krankenversicherungen auf deutlich weniger als einen Euro, die Höhe des Gehaltes fiel aber aufgrund der hohen Mitgliederzahlen ähnlich aus. So zahlten Versicherte der Debeka nur 28 Cent ihrer Beiträge an den Vorstand. Weniger zahlten lediglich die Mitglieder der DAK mit 6,8 Cent und Versicherte der Techniker Krankenkasse mit 7 Cent.

 

Direkter Vergleich beider Systeme nicht möglich

Ein direkter Vergleich von PKV und GKV fällt trotzdem schwer, da beide Systeme jedoch zu unterschiedlich gestrickt sind, berichtet die Ärzte Zeitung. Zwar sei die Tätigkeit der Vorstände in beiden Systemen ähnlich und auch die Märkte ähneln sich sehr, dennoch sei ein direkter Vergleich sehr schwierig. Dies liege daran, dass es sich bei dem System der PKV um eine privatrechtliche Vergütungsstruktur handele, die nach den Prinzipien der Versicherungswirtschaft funktioniere. Bei den gesetzlichen Krankenkassen hingegen komme beaufsichtigtes System mit gesetzlichen Einschränkungen zum Einsatz. Auch die Festsetzung der Gehälter in der GKV erfolgt nach festgeschrieben gesetzlichen Regulierungen, währenddessen den Krankenkassen in der PKV weitestgehend freie Hand bei der Gehältergestaltung gelassen wird.

 

 

GKV-Gehälter unterliegen gesetzlichen Regelungen

Eine Anpassung der GKV-Gehälter an die Gehälter der privaten Krankenversicherer ist jedoch nicht möglich, da diese einigen gesetzlichen Regelungen unterliegen. Für die Ermittlung einer marktgerechten Vergütung dürfen sich gesetzliche Krankenkassen lediglich an ähnlich großen Versicherern orientieren, private Krankenversicherer ausgenommen. Dies wurde erst im Mai 2011 durch die Aufsichtsbehörden klargestellt.

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