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GKV

PKV & GKV: Experten rechnen zunehmend mit Reform

19. Juni 2012

Das duale System der Krankenversicherungen bedarf unbedingt einer Reform, da sind sich fast ausnahmslos alle Experten der Branche sicher. Unsicher ist man sich jedoch darüber, in welche Richtung eine mögliche Reform gehen könnte. Auch auf dem Berliner Kongress „Krankenversicherung 2020 – Wie sind wir künftig versichert“ wird das Thema einen großen Teil der Diskussionen einnehmen. Viele Experten rechnen damit, dass das duale System und vor allem die private Krankenversicherung in einigen Jahren nicht mehr wiedererkennen zu sein könnte.

 

Künftig mehr Wettbewerb?

Geht es nach Professor J. Matthias Graf von Schulenburg, so dürfte sich die Entwicklung des dualen Systems künftig vor allem um 3 verschiedene Standpunkte bewegen. Schulenburg erwartet deutlich mehr Wettbewerb innerhalb des dualen Systems, also nicht nur von privaten zu privaten Kassen, sondern auch systemübergreifend. Zudem ist eine immer stärkere Konvergenz beider Systeme zu erwarten. Beide Systeme könnten sich vermehrt die positiven Eigenschaften des Gegenübers abschauen. Zuletzt rechnet Schulenburg noch damit, dass es künftig mehr Überprüfungen bzgl. der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherer geben dürfte.

 

Bürgerversicherung eher unwahrscheinlich

Viele Experten rechnen damit, dass sich beide Systeme bis 2020 immer ähnlicher werden dürften und fast schon ineinander verschwimmen würden. Bereits jetzt gibt es erste Anzeichen dafür, dass beide Systeme sich immer weiter annähern würden. Die Einführung der von der CDU geforderten Bürgerversicherung halten jedoch viele Experten für unwahrscheinlich. Mit dem Modell Bürgerversicherung können sich die Probleme des dualen Systems nicht lösen lassen, so die Meinung vieler Experten. Das jedoch Reformbedarf bestehe, möchte kaum jemand bestreiten. Bereits jetzt haben PKV und GKV mit ähnlichen Problemen, beispielsweise  im Bereich der nichtzahlenden Versicherten zu kämpfen. Hierfür sei jedoch neben der Reformbereitschaft der Versicherer auch die Unterstützung der Regierung notwendig, so Schulenburg.

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