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PKV

PKV fordert mehr Verhandlungsspielraum bei Kosten

17. Februar 2011

Die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung der Menschen werden immer höher. Sowohl die privaten wie auch die gesetzlichen Krankenkassen müssen daher höhere Ausgaben für Arztbehandlungen, Krankenhausaufenthalte und Medikamente aufbringen. Um die Einnahmen zu erhöhen, mussten vor allem die privaten Krankenversicherungen erst im Januar 2011 teils massive Beitragsanpassungen vornehmen. Dies verärgerte einige Versicherte, die sich auch aufgrund der günstigeren Preise für die private Krankenversicherung entschieden haben.

Gesetzliche Krankenkasse mit Verhandlungsspielraum

Um die Kosten für Gesundheitsausgaben zu dämpfen, können zumindest die gesetzlichen Krankenversicherungen auf verschiedene Maßnahmen zurückgreifen, die zum Teil auch in der Gesundheitsreform beschlossen wurden. Gesetzliche Krankenversicherungen können unter anderem Arzneimittelrabatte mit Pharmaherstellern verhandeln, auch die Umsetzung effizienter Versorgungsformen sowie die Preisverhandlungen mit Ärzten sind Möglichkeiten zur Kostendämpfung.

PKV-Verband fordert mehr Einflussnahme auf Kosten

Die privaten Krankenversicherungen hingegen können hierauf kaum zurückgreifen. Auf dem aktuellen Krankenkassengipfel, der am 16.02. und 17.02. in Berlin stattfindet, fordern die Verantwortlichen der privaten Krankenkassen daher ein erhöhtes Mitbestimmungsrecht. Marc-Pierre Möll vom PKV-Verband beispielsweise wünscht sich für die PKV mehr Gestaltungsmöglichkeiten, um ebenso wie die gesetzlichen Kassen Kostenreduzierungen vorzunehmen. Dies würde es der PKV ermöglichen, weiter als starker Partner für Selbstständige und Freiberufler tätig zu sein, die Preise für die Versicherungen aber nahezu konstant zu halten.

PKV pocht auf Öffnung der Gebührenordnung für Ärzte

In diesem Zusammenhang soll die private Krankenversicherung mehr Kompetenzen erhalten. So ist es den Versicherungen zwar möglich, die von der GKV verhandelten Preisrabatte bei Medikamenten ebenfalls zu nutzen, eigene Verhandlungskompetenzen stehen den Versicherungen allerdings nicht zu. Aktuell ist die PKV-Branche daher bestrebt, mehr Einfluss auf die Preisverhandlungen mit Ärzten zu nehmen. Sie fordert daher die Öffnung der Ärztlichen Gebührenordnung, um individuelle Verträge schließen zu können.

PKV entfernt sich von der Unabhängigen Patientenberatung

In anderen Bereichen jedoch konnte sich die PKV von der gesetzlichen Krankenversicherung bereits distanzieren und die geforderten Zahlungen verweigern oder auf ein Minimum reduzieren. So wird die Unabhängige Patientenberatung nun nur zum Teil durch die PKV finanziert, die zudem eigene Angebote, wie etwa die fremdsprachliche Betreuung von Migranten, anbietet.

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