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PKV

PKV: Finanztest kritisiert Billigpolicen

29. August 2011

Laut eines Tests der Finanztest, versprechen die Billigtarife einiger privaten Krankenversicherer mehr als sie beinhalten. Häufig liegen die Leistungen sogar unter denen der gesetzlichen Krankenkasse. Vielen Kunden sei dies aber laut Aussage der Finanztest häufig nicht bewusst. Sie würden sich auf Aussagen wie „Günstige Krankenvollversicherung ab 59 Euro“ verlassen.

 

Billigtarif-Leistungen unter Niveau der gesetzlichen Krankenkasse

Bei Werbeangeboten, in denen mit billigen Krankenvollversicherungen geworben wird, sollten Verbraucher generell skeptisch sein, so die Finanztest. Die Leistungen seien „miserabel“ und liegen teilweise sogar deutlich unter denen der gesetzlichen Krankenkassen. Ursprünglich galten Gutverdiener als Hauptzielgruppe für private Krankenversicherungen. Nun aber werden die Policen immer günstiger und die Zielgruppe wird immer jünger und unvermögener. Mit den Billigpolicen wollen die Krankenversicherungen im das Neukundengeschäft im hart umkämpften Krankenkassenmarkt ankurbeln.

 

Versicherte bemerken fehlende Leistungen häufig zu spät

Allerdings sind diese Billigtarife nicht immer eine gute Wahl für die Versicherten. Häufig liegen die Leistungen dieser Tarife sogar unter denen der gesetzlichen Krankenkasse, hat jetzt die Finanztest herausgefunden. Häufig seien Bereiche wie alternative Behandlungsmethoden und Psychotherapien komplett außen vor. Lars Gatschke, vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, sagte: „Wer bereits vor dem Abschluss eines privaten Krankenversicherung überlegen muss, ob er sich die Beiträge zur PKV überhaupt leisten kann, der gehört einfach nicht in die private Krankenkasse.“ Damit hat er nicht ganz Unrecht, zielt die PKV doch eigentlich auf die Besserverdiener ab. Sollte eine Bezahlung der Beiträge bereits am Anfang zu finanziellen Problemen führen, könnte sich eine Beitragszahlung im hohen Alter als noch schwieriger erweisen. Für Billigtarife werden in der Zukunft hohe Beitragssteigerungen erwartet, so Gatschke.

 

 

Billigtarife mit massiven Deckungslücken

Laut Gatschke gehören die Billigtarife abgeschafft. Häufig wüssten Versicherte gar nicht, auf was sie sich bei einem Abschluss einließen. Zwar böten viele Versicherungen in ihren Tarifen einen problemlosen Wechsel in andere Tarife an, jedoch sei ein Wechsel an bestimmte Fristen geknüpft. Häufig würden Versicherte erst die Deckungslücken bemerken, wenn sie tatsächlich Leistungen benötigen, diese dann aber nicht von der Krankenversicherung gedeckt werden.

 

Krankenkassen nehmen Billigtarife aus dem Programm

Aber auch die ersten Anbieter ziehen mittlerweile ihre Schlüsse aus den Erkenntnissen rund um die Billigpolicen. PKV-Anbieter wie die Central Krankenversicherung und die DKV kündigten an, die Billigtarife bis 2012 komplett aus dem Programm zu verbannen. Der gewünschte Effekt der Billigtarife, Versicherte nach einer bestimmten Zeit zu einem Wechsel in höherwertige Tarife zu bewegen, sei ausgeblieben, so Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV.

 

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