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PKV

PKV: DKV-Chef fordert Tarif-Konsolidierung

14. Mai 2012

Nachdem die Deutsche Krankenversicherung DKV bereits 2010 einige Kunden verloren hatte, scheint sich dieser Trend 2011 fortgesetzt zu haben. Konnte der Versicherer Ende 2010 noch 911.000 Versicherte in der Vollversicherung aufweisen, so waren es ein Jahr später, Ende 2011, nur noch rund 900.000 Versicherte. Vorstandschef Clemens Muth jedoch sieht der Situation gelassen entgegen.

 

Zahl der Bestandskunden stetig sinkend

Bereits seit einigen Jahren liegt die Zahl der Neukunden unter denen der wechselnden Altkunden. Damit verliert die DKV stetig Marktanteile. DKV Vorstandschef Clemens Muth jedoch sieht die Situation relativ gelassen, seiner Meinung nach habe sich das Neukundengeschäft nur „logisch“ verhalten. Als Grund für den Rückgang gibt Muth unter anderem die Strategie im Bereich der Versicherungsmakler an. Man habe sich im vergangenen Jahr nicht so exzessiv in diesem Bereich um die Generierung von Neukunden bemüht, wie andere Versicherer. Die DKV zählt im Bereich der Beitragseinnahmen zu den größten deutschen privaten Krankenversicherern. Vergleicht man die Versichertenbestände, so liegt sie jedoch knapp hinter der Debeka Krankenversicherung.

 

Muth fordert Konsolidierung von PKV Tarifen

Muth fordert zudem einige Änderungen für die private Krankenversicherung. Seiner Meinung nach zufolge stehe die PKV kurz vor einer Konsolidierung, allerdings müssten dafür einige Gesetze abgeändert werden. Vor allem das Verbot, verschiedene Tarife zusammenzulegen, müsse aufgehoben werden, so Muth. Grund für die Forderungen Muths sind Tarife, die beispielsweise aus Übernahmen stammen. Diese dürfen nur dann mit den eigenen Tarifen zusammengelegt werden, wenn beide Tarife absolut baugleich sind. Existieren jedoch auch nur kleinste Unterschiede, so ist eine Zusammenlegung nicht möglich. Wäre es möglich, die Tarife dennoch zusammenzulegen, so könnten in vielen Bereichen deutlich Kosten gespart werden. Die übernommenen Tarife müssen dabei so lange bestehen bleiben, bis der letzte Versicherte entweder gewechselt oder dahingeschieden ist.

 

 

Optimale Gesundheitsversorgung durch duales System

Der Gewinn des Versicherers sank im vergangenen Jahr um 2 Millionen Euro auf 113 Millionen nach Abzug der Steuern. 2010 noch konnte die DKV einen Gewinn von 115 Millionen Euro einfahren. Den größten Anteil des Gewinns dürfte dabei jedoch der Verkauf der Auslandsunternehmungen der DKV an den Konzern Munich Re stammen. Die genaue Höhe des Anteils verschwieg Muth jedoch. Zudem äußerte sich Muth auch zum dualen System. Eine alleinige Existenz der privaten Krankenversicherung sei nicht ausreichend, um alle Versicherten zu versorgen, die Co-Existenz von PKV und GKV jedoch sorge für ein optimales Verhältnis.

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