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Beitragsanpassung PKV 2013

PKV Beitragserhöhungen 2013: Unisex-Tarifen geschuldet?

19. November 2012

PKV Beitragserhöhung 2013

Unisex für Beitragserhöhung der PKV verantwortlich?

Bis Ende November teilen die privaten Krankenversicherer ihren Kunden die zukünftigen Beiträge für das Jahr 2013 mit. Nicht wenige PKV-Unternehmen werden Beitragserhöhungen ihrer PKV Tarife in 2013 vornehmen, die teilweise drastisch ausfallen.

Zwischen Experten ist derweil eine heftige Diskussion darüber entbrannt, ob die Unisex-Tarife für die PKV Beitragserhöhungen 2013 verantwortlich sind oder die Gesamtsituation innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV). Zum 21. Dezember erfolgt nunmehr die Einführung der Unisex-Tarife. Die Einführung erfolgt auf Grundlage eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs.

PKV Beitragsanpassung in 2013 bis über 40 Prozent

Während einige private Krankenversicherungen die Tarife zwischen zwei und 2,76 Prozent erhöhen werden, erfolgt in einigen Ausnahmefällen auch eine Beitragserhöhung von über 40 Prozent. Die AXA Krankenversicherung beispielsweise erhöht in Einzelfällen die Tarife über 40 Prozent, der Münchner Verein erhöht die Beiträge in Einzeltarifen um bis zu 34 Prozent, um nur zwei Extrembeispiele zu nennen.

PKV Unisex-Tarife in der Diskussion

Das Besondere an den Unisex-Tarifen ist, dass trotz unterschiedlicher Lebenserwartung von Männern und Frauen keine Beitragsungerechtigkeit mehr herrschen darf, so will es das Gerichtsurteil. Derzeit ist es noch so, dass Frauen aufgrund der höheren Lebenserwartung einen höheren Versicherungsbeitrag als Männer zahlen müssen. Ab dem 21. Dezember bezahlen Männer und Frauen den gleichen Beitrag. Für Männer bedeutet dies, dass die Beiträge in einigen Tarifen deutlich ansteigen werden, während sie für Frauen Vergünstigungen mit sich bringen. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch anders aus.

Landeskrankenhilfe: Tarif 192 – Frauen zahlen bis zu 20 Prozent mehr

So bezahlen beispielsweise bei der Landeskrankenhilfe im Tarif 192 17-jährige Frauen zukünftig 17 Prozent mehr als in diesem Jahr. Diese Beitragserhöhung gilt für neu abgeschlossene Verträge. Im Tarif LKH 193 bezahlen 17-jährige Frauen zukünftig sogar 20 Prozentanteile mehr als noch in diesem Jahr. Damit jedoch noch nicht genug. Im Tarif LKH 300 zahlen zukünftig 32-jährige Frauen 18 Prozent mehr als noch in diesem Jahr. 44-jährige Frauen müssen sogar 19 und 55-jährige Frauen sogar 20 Prozentanteile mehr als in diesem Jahr bezahlen.

Württembergische: Tarif KN 1200 – Frauen zahlen neun Prozent mehr

Auch die Württembergische Krankenversicherung erhebt für Neukundenverträge bei Frauen im Jahr 2013 neun Prozent (ab 32 und 44 Jahren im Tarif KN 1200) mehr Beitrag als noch in diesem Jahr. Männer indes müssen in diesem Tarif mit keiner Beitragssteigerung rechnen. Dies sind nur zwei Beispiele dafür, dass das pauschale Urteil nicht gilt, dass für Männer die Tarife grundsätzlich teurer und für Frauen günstiger werden.

Andere Versicherer mit anderen Tarifen weisen ähnliche Beitragssteigerungen für Frauen auf. Während nahezu jedes Verbraucherportal sich auf Bestandskundenverträge versteift, zeigen die dargestellten Beispiele, dass gerade im Bereich der Neukundenverträge Geschlechterungerechtigkeit zumindest hinsichtlich der Beitragserhöhungen der PKV in 2013 im Neukundenbereich immer noch nicht ausgeräumt zu sein scheint, trotz Vorgaben aus der EU.

Empfehlung bei PKV Beitragserhöhung in 2013

Nicht wenige privat Versicherte sehen sich einer deutlichen PKV Beitragserhöhung in 2013 gegenüber. Mitunter stellen Teuerungen in solchen Dimensionen eine Gefährdung der finanziellen Existenz dar. In solchen Fällen sollte ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft geprüft werden. In vielen Fällen kann ein solcher Wechsel des PKV Tarifs zu deutlichen Einsparungen ohne Leistungsverlust führen.

Ein PKV Wechsel zu einem anderen Anbieter sollte nur bei deutlichen Einsparmöglichkeiten in Erwägung gezogen werden, da hier ein Teil der Altersrückstellungen verloren geht. Insbesondere sollte in diesem Fall im Voraus ein ausgiebiger Vergleich privater Krankenversicherungen durchgeführt werden.

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