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PKV

PKV: Behandlung des Arbeitgeberzuschusses bei Steuererklärung strittig

8. Mai 2012

Seit nunmehr rund 2 Jahren können Versicherte der privaten Krankenversicherung 96 Prozent ihres Beitrags zur Krankenversicherung von der Steuer absetzen. Strittig ist jedoch weiterhin, wie mit Arbeitgeberzuschüssen umzugehen ist und wie diese bei der Steuererklärung zu berücksichtigen sind. Denn viele Finanzämter rechnen den Arbeitgeberzuschuss als volle Summe auf die Basisleistungen an, was die Sparsumme deutlich mindert.

 

Absetzen der Beiträge zur Basisabsicherung seit 2009 möglich

Steuerlich geltend machen können Versicherte der PKV ihre Beiträge seit Beginn 2010. Dabei können jedoch nur die Anteile des Beitrags geltend gemacht werden, die zur Basisabsicherung dienen. Wer Premiumleistungen wie die Chefarztbehandlung oder das Einzelbettzimmer zusätzlich versichert hat, der kann den entsprechenden Beitragsanteil nicht steuerlich geltend machen. Wie jedoch Arbeitgeberzuschüsse in der Steuererklärung zu behandeln sind, ist bisher noch strittig.

 

Anrechnung des Arbeitgeberzuschusses auf die Basisleistungen strittig

Die Finanzämter sahen es bisher vor, den Arbeitgeberzuschuss auf den Beitrag für die Basisleistungen anzurechnen, was jedoch nicht jedem Arbeitnehmer passt. Grund: Der Arbeitgeberzuschuss mindert den Beitrag, der von der Steuer abgesetzt werden kann. Nach Ansicht vieler Arbeitnehmer müsste daher auch der Zuschuss entsprechend in Premiumleistungen und Basisleistungen aufgeteilt werden und dürfe nicht komplett auf die Basisleistungen entfallen, erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler (BdSt).

 

 

Sachverhalt ist noch gerichtlich zu klären

Denn so sei es für die Versicherten nicht möglich, den vollen, ihm zustehenden, steuerfreien Beitrag auszunutzen. Aus diesem Grund laufen vor den Finanzgerichten Nürnberg (AZ: 3 K 974/11), Hamburg (AZ: 3 K 144/11) und Hessen (AZ: 1 K 1878/11) bereits entsprechende Verfahren, um den Sachverhalt zu klären. Wer als Privatversicherter in seinem Steuerbescheid bemerkt, dass bei ihm auch der komplette Arbeitgeberzuschuss auf den steuerlich absetzbaren Betrag angerechnet wurde, der sollte einen Einspruch bei seinem Finanzamt gegen seinen Steuerbescheid einreichen. Zugleich sollte ein zusätzlicher Antrag auf Ruhen des Verfahrens eingereicht werden. Dieser sollte auf die 3 laufenden Gerichtsverfahren verweisen.

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