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PKV

PKV: BdV fordert neue Beitragsberechnung

2. Januar 2012

Zum Ärger vieler Versicherten kündigten viele private Krankenversicherer Ende vergangenen Jahres die Beitragserhöhungen für 2012 an. Diese fielen mit bis zu 40 Prozent für manchen Verbraucher doch sehr aus. Um derartig hohe Anpassungen in Zukunft zu vermeiden, schlägt der Bund der Versicherten (BdV) nun vor, kalkulierbare Geschehnisse wie die Inflation oder den demografischen Wandel bereits im Vorfeld in der Beitragsberechnung zu implementieren.

 

Vorhersehbare Entwicklung in Beitragsberechnung implementieren

Die aktuellen Beitragserhöhungen schadeten dem Image der privaten Krankenversicherung deutlich. Viele Verbraucher fühlen sich nun verunsichert, befürchten auch zukünftig derartige Beitragserhöhungen, die zu mindestens für sie nicht wirklich nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund fordert der BdV nun, einige Risiken bei der Beitragskalkulation bereits im Vorfeld zu implementieren, um derartig hohe Beitragserhöhungen in Zukunft ausschließen zu können. So könnten beispielsweise der demografische Wandel sowie die Inflation bereits im Vorfeld in die Prämien einberechnet werden. Dies würde zwar höhere Beiträge für Neukunden bedeuten, die Beitragsanpassungen am Ende des Jahres dürften jedoch deutlich geringer ausfallen. Beitragserhöhungen dürften künftig nur noch auf Basis nicht vorhersehbarer Risiken wie beispielsweise der Kostenentwicklung in der Medizin vorgenommen werden.

 

Neue Beitragsberechnung würde höhere Beiträge bedeuten

Für die Verbraucher würde die neue Beitragsberechnung für deutlich mehr Transparenz und Sicherheit sorgen, da ist sich Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des BdV sicher. Beitragserhöhungen von bis zu 60 Prozent dürften damit der Vergangenheit angehören. Jedoch würde diese Lösung zunächst jedoch höhere Beiträge für die Verbraucher bedeuten, da die Risiken zunächst einmal in die bestehende Beitragskalkulation eingerechnet werden müssten. Dies dürfte bei Krankenversicherern und Verbrauchern vermutlich nicht nur auf Sympathie stoßen. Eine Garantie für niedrige Beitragsanpassungen ist der Vorschlag des BdV jedoch auch nicht. Wie sich die  Kosten auf dem Sektor der PKV und im Bereich der Medizin in den kommenden Jahren entwickeln werden, ist bisher unklar. Viele Experten rechnen für die kommenden Jahre mit weiteren, deutlichen Anstiegen. Gerade der demografische Wandel dürfte bei den privaten Krankenversicherern für einen großen Kostendruck sorgen.

 

 

BdV empfiehlt internen Tarifwechsel

Wer von einer Beitragserhöhung betroffen ist und diese nicht einfach so hinnehmen möchte, der kann sich mit einem Tarif- oder Krankenversicherungswechsel Abhilfe verschaffen. Axel Kleinlein vom BdV empfiehlt, zunächst gründlich Tarifalternativen beim bisherigen Krankenversicherer zu prüfen. Bei einem internen Tarifwechsel ist keine erneute Gesundheitsprüfung von Nöten und auch die Mitnahme der Altersrückstellungen sie problemlos möglich, so Kleinlein.

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