zum Inhalt

PKV

PKV Basistarif unbeliebt

10. März 2011

Mit dem Wettbewerbs-Stärkungsgesetz aus dem Jahr 2007 wollte die damalige Bundesregierung für eine allgemeine Krankenversicherungspflicht sorgen, um nicht versicherten Selbstständigen die Möglichkeit zu eröffnen, einen privaten Krankenversicherungsvertrag abzuschließen. Vielfach wurden Selbstständige nämlich aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt, ein Wechsel in die GKV war allerdings ebenfalls nicht mehr möglich. Der PKV Basistarif wurde geboren.

Basistarif der PKV als Pendant zur GKV

Bei Beschlussfassung ging die damalige Regierung davon aus, dass rund 300.000 Menschen in Deutschland nicht über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen. Es wurde daher der Basistarif der privaten Krankenversicherung geschaffen, der die Möglichkeit einer Versicherung auch bei vorhandenen Vorerkrankungen eröffnen sollte. Der Versicherungsschutz beim PKV Basistarif liegt auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung, auch der Beitrag ist auf den Höchstbeitrag der GKV begrenzt. Für Bedürftige besteht sogar die Möglichkeit, den Betrag zu halbieren.

Basistarif wird nicht angenommen

Allerdings konnte sich der Basistarif in der PKV seit seiner Einführung kaum etablieren. Wie aus einer aktuellen Veröffentlichung hervorgeht, nutzen per Ende Dezember 2010 lediglich rund 21.000 Versicherte diesen KV-Tarif, das sind nur 0,2 Prozent der privat Versicherten. Hiervon nutzen zudem zahlreiche Versicherte die Regelungen zur Hilfebedürftigkeit oder sind gar mit ihren Beiträgen im Rückstand. Eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus.

Vertragsärzte verweigern Behandlung von Patienten im PKV Basistarif

Aufgrund aktueller Probleme, etwa die Verweigerung der Behandlung durch Vertragsärzte, wird die Attraktivität des PKV Basistarif auch nicht weiter erhöht. Zwar hat die Bundesregierung den Kassenärztlichen Vereinigungen den Auftrag zur Sicherstellung der Versorgung übertragen, dieser wurde aktuell jedoch noch nicht vollumfänglich wahrgenommen. Sofern möglich, werden sich Versicherte daher für einen alternativen Tarif zur privaten Krankenvollversicherung entscheiden, um als „vollwertiger“ Privatpatient anerkannt zu werden.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie