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PKV

PKV: Arzneimittelversorgung von Privatversicherten

5. April 2012

Aus einer aktuellen Untersuchung zum Thema „Arzneimittelversorgung von Privatversicherten“ des wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) ist zu entnehmen, dass zwar weniger Medikamente an Privatversicherte verschrieben wurden, die Kosten für Arzneimittel jedoch deutlich gestiegen sind. Insgesamt stiegen die Ausgaben für Arzneimittel 2010 um 2,2 Prozent –  Im Vergleich, in der gesetzlichen Krankenversicherung war es dagegen nur eine Steigerung um 1 Prozent.

 

Kosten für verschreibungspflichtige Arzneimittel steigen

Für die Untersuchung zog das WIP insgesamt 44,6 Millionen Verordnungen von Privatpatienten bei 12 verschiedenen Versicherern heran. Rund die Hälfte der Arzneimittelkosten entfielen dabei auf verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Kosten für verschreibungspflichtige Arzneien stiegen dabei in den vergangenen 3 Jahren um 16, 4 Prozent. Vom Jahre 2005 bis 2012 stiegen die Ausgaben pro Versicherten von 214,74 Euro auf 270,41 Euro im Jahr an. Ein Anstieg um rund 25 Prozent. Verwunderlich war es vor allem, dass die Arzneimittelkosten trotz sinkender Verordnungsanzahl weiter stiegen. Der größte Rückgang war dabei im Bereich der Antibiotika, homöopathischen Arzneimittel und Arzneien gegen Erkältungen zu beobachten.

 

Steigende Verordnung von Generika

Ein Trend setzt sich dabei, wie auch in den vergangenen Jahren, weiter fort. So stieg auch 2010 die Quote von verordneten Generika um 0,3 Prozent und liegt nun bei 55,5 Prozent. Auch scheint die Bedeutung von Reimporten immer weiter zuzunehmen. 2010 entfielen rund 7,1 Prozent der insgesamt verordneten Präparate auf derartige Reimporte. Bei den 5 umsatzstärksten Medikamenten waren es teilweise sogar bis zu 30 Prozent. Auf den ersten 8 Plätzen der umsatzstärksten Medikamente befanden sich dabei die gleichen Medikamente wie auch im Vorjahr.

 

 

 Kosten für Medikamente ohne Festbetrag steigen weiter

Eine große Steigerung verzeichneten im vergangenen Jahr die Medikamente ohne Erstattungshöchstbeitrag. Diese gelten als sehr teuer und stiegen im vergangenen Jahr überdurchschnittlich an. Anlässlich der Preisentwicklung werden seit 2011 derartige Medikamente auch mit einem erhöhten Herstellerrabatt bedacht. Insgesamt entfiel 2010 rund ein Fünftel aller Arzneimittelausgaben auf derartige Medikamente ohne Festbetrag. Der größte Umsatz entfiel 2010, wie auch bereits in den Vorjahren, auf das Medikament „Sortis“, welches zum senken des Cholesterins dient.

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