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PKV

PKV: AOK-Studie sagt PKV steigende Beiträge voraus

4. Mai 2012

Einer Studie des AOK-Bundesverbands zufolge müssen sich Versicherte der privaten Krankenversicherung in den nächsten Jahren auf deutliche Beitragssteigerungen einstellen. Nach Angaben der AOK müsse jeder Versicherte mit einer Mehrprämie von rund 2.700 Euro rechnen, damit die finanzielle Lage der PKV stabil bleibe. Der PKV-Verband jedoch erklärte, dass dies nicht der Realität entspreche und warf der AOK vor, selbst viel zu wenig zutun, um die eigene Finanzlage auch in den kommenden Jahren stabil zu halten.

 

Mehrprämie von 2.700 Euro in einigen Jahren

Erst kürzlich bescheinigten die Verbraucherzentralen der privaten Krankenversicherung deutlich höhere Beitragserhöhungen als angegeben. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht errechnete erst kürzlich deutlich höhere Beitragserhöhungen als die vom PKV-Verband angegebenen 2 Prozent. So sollen die Beiträge im Zuge der letzten Jahre um rund 5 Prozent pro Jahr angestiegen sein. Nun beteiligt sich auch der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen an der Diskussion um die Beitragserhöhungen der PKV. Einer eigenen Studie zufolge hätten Privatversicherte in den kommenden Jahren mit einer Mehrprämie von rund 2.700 Euro / Jahr zu rechnen, um die Finanzlage der PKV stabil zu halten. Der PKV-Verband dementierte diese Aussage.

 

Steigende Kosten im Gesundheitsbereich sorgen für höhere Beiträge

Grund für die höheren Beiträge sind nach Ansicht der Studie die immer weiter steigenden Kosten im Gesundheitsbereich, welche in der Zukunft einen massiven Druck auf die privaten Krankenversicherer ausüben dürften. Zudem dürfte sich der Zinssatz in den nächsten Jahren aufgrund einer anhaltenden Finanzkrise weiter verschlechtern. Die Kosten könnten dann nur noch über eine Erhöhung der Beiträge abgefangen werden.

 

 

PKV-Verband weist Kritik zurück

Der PKV-Verband ließ sich die Kritik jedoch nicht Gefallen und warf der AOK seinerseits vor, keinerlei Vorsorge für den demografischen Wandel und die steigenden Gesundheitskosten zu betreiben. Die PKV verfüge immerhin über Rücklagen von rund 150 Milliarden Euro. Zudem gehören nicht nur in der PKV Beitragserhöhungen zur Regel, auch in der GKV steigen die Beiträge regelmäßig. Erst 2011 erfolgte eine Erhöhung des Regelsatzes von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Vorsitzende der AOK forderte zudem, die private Krankenversicherung nicht mehr „künstlich am Leben zu erhalten“, da es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich die PKV von alleine abschaffe.

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