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Politik

PKV: Altersrückstellungen werden zum Streitfall

25. Februar 2011

Die private Krankenversicherung ( PKV ) nutzt einen Teil der Beiträge von Versicherten zur Bildung von Altersrückstellungen. So konnten in der privaten Krankenversicherung aktuell rund 155 Milliarden Euro an Rücklagen aufgebaut werden, der Kapitalstock der Pflegeversicherung liegt bei rund 21 Milliarden Euro. Diese Beträge sollen helfen, eine Beitragsstabilität im Alter zu gewährleisten. Nun wird diskutiert, ob dieses Geld nicht besser der Gemeinschaft zugute kommen soll.

VdK will Altersrückstellung der PKV der Gemeinschaft zuführen

Die hohen Rückstellungen, über die die Private Krankenversicherung verfügt, wecken bei so manchem Politiker Begehrlichkeiten. So schlug Ulrike Mascher vom Sozialverband VdK Deutschland kürzlich vor, diese Gelder in einen „Solidarausgleich zur Finanzierung zusätzlicher Pflegeleistungen für alle gesetzlich und privat Pflegeversicherten“ einzubringen. Dies jedoch wird vom Vorsitzenden des PKV-Verbandes Reinhold Schulte, der gleichzeitig als Chef der Signal Iduna Krankenversicherung tätig ist, zurückgewiesen.

Kritik des PKV-Verband

Anstatt Geld in das gesetzliche Umlageverfahren zu investieren, sollten die Politiker das kapitalgedeckte Finanzierungskonzept der PKV näher betrachten. Schließlich sind die gesetzliche und die private Pflegeversicherung im Jahr 1995 gemeinsam an den Start gegangen. Hat die gesetzliche Pflegeversicherung jetzt allerdings bereits Finanzierungsprobleme, konnte die PKV mittlerweile eine Rücklage von 21 Milliarden Euro aufbauen.

PKV-Verband unterstützt kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung

Schulte begrüßt daher die Forderung der schwarz-gelben Regierung, eine kapitalgedeckte zusätzliche Pflegeversicherung einzuführen. Alternative Vorschläge zum Aufbau eines gesetzlichen Kapitalstocks lehnt Schulte allerdings ebenso ab, denn dies gehöre in privatwirtschaftliche und nicht in staatliche Hand.

Verbraucherzentrale: Bedenken gegen die private Pflegezusatzversicherung

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hingegen äußert sich skeptisch zur möglichen privaten Zusatzversicherung, denn hierzu könnte niemand verpflichtet werden. Auch könnten die aktuellen Beitragsdefizite auch durch Beitragserhöhungen kompensiert werden. In welcher Höhe derartige Beitragsanpassungen allerdings notwendig werden würden, wurden keine Angaben gemacht.

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