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PKV

PKV: Ärztekammer spricht sich für die private Krankenversicherung aus

1. November 2011

Die Frage, wie die Zukunft der privaten Krankenversicherung aussieht, beschäftigt zurzeit die Medien. Viele Experten erwarten ein Ende der PKV in einigen Jahren sowie die Einführung der Bürgerversicherung. Allerdings wird der Vorschlag zur Einführung der Bürgerversicherung nicht von allen Seiten befürwortet. Die Ärztekammer Hessen äußerte sich nun äußerst kritisch gegen eine Abschaffung der PKV.

 

Gerechte Ärzte-Entlohnung durch PKV

Grund für die Äußerungen waren die Aussagen des Wirtschaftswissenschaftlers Rolf Rosenbrock, der eine Abschaffung der PKV forderte. Ginge es nach der Ärztekammer Hessen, so wäre die Abschaffung der PKV ein großer Rückschritt für die Ärzte. Die private Krankenversicherung sorge dafür, dass die Ärzte zu mindestens teilweise eine gerechte Entlohnung für ihre Arbeit erhalten würden. Die Abschaffung der PKV könnte also auch viele Ärzte in finanzielle Nöte bringen. Geht es nach Ärztekammer-Präsident Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, so sei die Existenz der gesetzlichen Krankenversicherung ohne eine PKV nicht möglich. Laut Hatzbach werde die GKV aus der PKV mitfinanziert. Die Bürgerversicherung auf Basis der GKV wäre also nicht lebensfähig.

 

Quersubventionierung der gesetzlichen Krankenversicherung durch PKV

Hatzbach unterstrich auch den Punkt der Einnahmen, die Ärzte durch Privatpatienten erhielten. Die höheren Einnahmen durch die Behandlung von Privatpatienten seien in seinen Augen nur eine annähernde Entlohnung für die kompliziert Arbeit. Eine komplette Honorierung auf Basis von GKV-Einnahmen sei nicht gerecht. Durch die Einnahmen der PKV-Patienten entstehe außerdem eine Art Quersubventionierung, was auch hier eine alleinige Existenz der GKV unmöglich machen würde.

 

 

Abschaffung der PKV führt zu massiven Problemen

Sollte es zur Einführung der Bürgerversicherung und somit zu einer Abschaffung der privaten Krankenversicherung kommen, so könnte es zu einem massiven Praxensterben kommen, da viele Ärzte sich durch Einnahmen der PKV-Patienten finanzieren würden und sich nicht durch reine GKV-Einnahmen über Wasser halten könnten.  Das Aus für die private Krankenversicherung würde also auch das Ende für die gesetzliche Krankenkasse bedeuten, so Hatzbach.

 

Modell der Bürgerversicherung

Das Modell zur Bürgerversicherung der SPD sieht Angleichung beider Krankenversicherungssysteme vor. So sollen die Honorarsysteme verschmelzen und auf einem Level vereint werden. Zusätzlich sieht das Modell den Ausbau von Versorgungszentren vor, um die ambulante Versorgung in Großstädten zu verbessern. Zusätzlich zur jetzigen Beitragsberechnung sieht das Model auch eine Einbeziehung von Mieteinkünften, Einmalzahlungen und Bonuszahlungen vor.

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