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PKV

PKV 2012: Nichtzahler teilweise Schuld an Beitragserhöhungen

5. Dezember 2011

Neben den gestiegenen Gesundheitskosten sowie die technischen Entwicklung sorgen auch immer mehr Nichtzahler in der privaten Krankenversicherung dafür, dass die Beiträge zum 01.01.2012 angehoben werden müssen. Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ mussten die privaten Krankenversicherer alleine durch die fehlenden Beiträge der Nichtzahler Beitragseinbussen von rund einer halben Milliarde Euro hinnehmen. Von 2010 bis heute sollen sich die Verluste sogar verdoppelt haben, wie Experten berichteten.

 

Beitragspreller Grund für Beitragserhöhungen 2012

Geht es nach den privaten Krankenversicherern, so tragen die Nichtzahler einen großen Anteil an den Beitragserhöhungen, über die aktuell die Versicherten vieler privater Krankenkassen informiert werden. Insgesamt sollen rund 142.800 nichtzahlende Versicherte die rund 40 privaten Krankenversicherer belasten. Diese sollen mindestens 3 Monatsbeiträge im Rückstand sein. Laut der Debeka sei der PKV dabei ein Schaden von rund 554 Millionen Euro entstanden. Der große Nachteil für die Versicherten – nun müssen auch sie einen Teil der fehlenden Beiträge mitfinanzieren, was sich in den aktuellen Beitragserhöhungen für 2012 wiederspiegelt.

 

Krankenversicherer ziehen Konsequenzen aus Einsteigertarifen

Begonnen hatten die Probleme rund um nichtzahlende Versicherte in der privaten Krankenversicherung 2009, als mit der Gesundheitsreform die Versicherungspflicht eingeführt wurde. Krankenversicherer dürfen ihren Versicherten seitdem nicht mehr kündigen, auch wenn diese ihre Beiträge nicht zahlen wollen oder können. Die größten Probleme mit nichtzahlenden Versicherten haben derzeit Versicherungsunternehmen, die offensiv mit sogenannten Einsteiger- bzw. Billigtarifen geworben haben. In diesen Tarifen war die Ausfallquote besonders hoch. Viele Krankenversicherer wie beispielsweise die Central Krankenversicherung und die DKV zogen ihre Konsequenzen aus der Entwicklung und kündigten an, in Zukunft keine derartigen Tarife mehr für ihre Neukunden anbieten zu wollen.

 

 

Beitragserhöhungen bei vielen privaten Krankenversicherern

Die durch die Nichtzahler entstanden Verluste müssen nun natürlich wieder eingefahren werden. So müssen nun alle anderen Versicherten ihren Kopf hinhalten und mit ihrem Beitrag für einen Teil der Beitragsverluste aufkommen. So sind auch die immensen Beitragserhöhungen zu erklären, die einige Krankenversicherer wie beispielsweise die Central Krankenversicherung oder die ARAG Krankenversicherung für 2012 angekündigt hatten. Versicherte in einigen Tarifen müssen mit Beitragsanpassungen von bis zu 40 Prozent rechnen. Jedoch gaben auch viele andere Versicherer bekannt, die Beiträge für 2012 überdurchschnittlich anpassen zu müssen. Unter anderem erhöhen auch die Allianz, die Gothaer, die HanseMerkur und die AXA 2012 die Beiträge.

 

Optionen bei Beitragserhöhung

Wer von einer Beitragssteigerung betroffen ist, der hat die Möglichkeit, einen Tarifwechsel oder einen PKV-Wechsel vorzunehmen. In vielen Fällen ist jedoch der Wechsel des Tarifes die beste Lösung, da hier weder der Verlust der Altersrückstellungen noch eine erneute Gesundheitsprüfung droht.

 

 

 

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