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Politik

PIP-Brustimplantate: Linke fordert Kostenübernahme von Folgebehandlungen

10. Februar 2012

Bisher mussten sich Patienten, wenn sie in Folge einer Schönheitsoperation weitere Behandlungen benötigen oder das Implantat im aktuellen Fall mit der französischen Herstellerfirma PIP wieder entfernt werden, an den Kosten dafür beteiligen. Die Fraktion „Die Linke“ möchte diese gesetzliche Regelung nun jedoch durch eine versichertenfreundlichere Lösung ersetzen.

 

Brustimplantat-Skandal der französischen Firma PIP

Bereits in der Vergangenheit gab es einige Fälle, in denen das Gesetz für hitzige Diskussionen gesorgt hatte. Im Dezember des vergangenen Jahrs rückte es aufgrund des Brustimplantat-Skandals der französischen Firma PIP erneut in den Vordergrund. Die Firma hatte bei rund 300.000 Implantaten minderwertiges Industriesilikon anstelle von medizinisch korrektem Silikon verwendet. Während die private Krankenversicherung über den PKV-Verband verlauten ließ, alle Kosten für die Folgebehandlungen zu übernehmen, berief sich der GKV-Verband auf den §52 des SGB, welcher besagt, dass sich Patienten an den Kosten für eine Folgebehandlung eines medizinisch nicht notwendigen Eingriffes beteiligen müssen.

 

Kostenübernahme durch die Bundesregierung

Die Bundestagsfraktion „Die Linke“ hat nun einen Antrag beim Bundestag eingereicht, in dem sie eine Kostenübernahme seitens der Regierung für die Folgebehandlungen der fehlerhaften Brustimplantate fordern. Weiterhin forderten sie zudem die Streichung des Paragraphen, welcher eine Beteiligung der Patienten an den Kosten für Folgebehandlungen bei medizinisch nicht notwendigen Operationen vorsieht. Die Kostenübernahme soll in Fällen wie beispielsweise bei den PIP-Brustimplantaten künftig dann durch die Bundesregierung geregelt werden. Weder die gesetzlichen Krankenkassen noch die Versicherten würden so in Zukunft durch derartige Fälle finanziell belastet.

 

 

Private Krankenversicherung übernimmt alle Kosten

Geht es nach der Meinung der Linken, so seien die Union und die SPD für diesen Paragraphen verantwortlich. Privatversicherte brauchen sich jedoch keine Sorgen zu machen. Hier ist die Kostenübernahme bereits durch den PKV-Verband geregelt worden, welcher ankündigte, dass neben den Folgen für die Entnahme und weitere Behandlungen auch die Kosten für ein neues Implantat übernommen werden würden. Bereits vor der Verkündung des PKV-Verbandes hatte auch die Allianz Krankenversicherung angekündigt, die Kosten in vollem Umfang zu übernehmen, da es jetzt dringend notwendig sei, eine schnelle und einfache Lösung für die Betroffenen Versicherten zu schaffen.

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