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PKV

Pflegezusatzversicherung: Probleme der steuerlichen Förderung für Kranke

11. November 2011

Zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung plant die Regierung, eine zusätzliche private Pflegeversicherung zu subventionieren. Allerdings dürfte dies gerade für die Kranken große Nachteile haben. Da im Bereich der privaten Kranken- und Pflegeversicherungen keine Aufnahmepflicht herrscht, können sich die Versicherer aussuchen, wen sie versichern wollen und wen nicht. Gesundheitsminister Daniel Bahr stellte am vergangenen Wochenende eine steuerliche Förderung für private Pflegezusatzversicherungen in Aussicht. Sollte es jedoch dazu kommen, dass kranken Menschen der Abschluss dieser verweigert wird, so würde die staatliche Förderung hier kaum Wirkung zeigen.

 

Chronisch Kranke nicht Hauptklientel der PKV

Der Verband der privaten Krankenversicherer stellte  gegenüber einer Zeitung klar, dass chronisch Kranke sowie Menschen mit großem Pflegerisiko nicht unbedingt zum Hauptklientel der privaten Kranken- und Pflegeversicherer gehören. Die von der Regierung durch steuerliche Prämien geförderten Pflegeversicherungen könnten also nur den gesunden Menschen zu Gute kommen, chronisch Kranke hätten hier das deutliche Nachsehen. Grund für die möglichen Ablehnungen ist der fehlende Kontrahierungszwang bei privaten Versicherern. Neben der Ablehnung besteht aber auch die Möglichkeit, die Versicherten zu höheren Beitragssätzen aufzunehmen. Bei großen gesundheitlichem Risiko liegen die Sätze jedoch häufig so hoch, das Versicherte diese nicht zahlen können.

 

Staatliche Förderung von privaten Pflegeversicherungen

Der PKV-Verband machte deutlich,  dass es sich hierbei nicht um Schikane oder ähnliches handele, sondern um das „versicherungsmathematische Kalkül“. Da die privaten Zusatzversicherungen als Risikogemeinschaften funktionieren, sei es notwendig, die Gesundheitsrisiken jedes Einzelnen bereits zu Eintritt zu kennen und diese entsprechend abzurechnen. Bei einer chronischen Erkrankung bestehe jedoch ein zu großes unberechenbares Risiko. Solange sich dies im Rahmen der PKV abspiele, sei dies auch in Ordnung, sagt Jurist Dieter Lang. Sobald jedoch staatliche Fördermittel ins Spiel kommen und diese aufgrund von Erkrankungen bei einigen Menschen nicht geltend gemacht werden können, sehe die Situation doch sehr fragwürdig aus.

 

 

Private Pflegeversicherung im hohen Alter teuer

Wer erst mit über 40 Jahren anfängt, in eine private Pflegezusatzversicherung einzuzahlen, muss mit etwa 50 Euro im Monat rechnen. Da sich viele Menschen eine derartige Geldsumme nicht leisten können, versprach Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nun für die Zukunft eine staatliche Förderung auf Basis von steuerlichen Prämien, um eine private Pflegezusatzversicherung auch finanziell schwachen Menschen ermöglichen zu können. In welchem Maße diese jedoch ausfallen könnten, ist bisher noch nicht bekannt.

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