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Steigende Pflegekosten

Pflegeversicherung Report: Kosten für Pflege steigen stark

19. Dezember 2013

Pflege Studie der Barmer

Der Report der Barmer zur Pflegesituation gibt Grund zur Sorge

Die Kosten für Pflegeleistungen steigen und damit auch der Anteil, den Pflegebedürftige und ihre Angehörigen aufbringen müssen. Dies zeigt der aktuelle „Pflegereport 2013“ der Barmer GEK. Doch nicht nur die Kosten allein steigen, sondern vor allem auch die Fälle jener, die Pflege benötigen und auf Leistungen ihrer Pflegeversicherung angewiesen sind.

Unsere Redaktion hat sich den Report der Barmer zur Pflegesituation in Deutschland angesehen und erklärt, wie sich jeder gegen hohe Pflegekosten besser absichern kann.

Barmer Report: Immer mehr Pflegebedürftige

Der Barmer Report zur Pflegeversicherung 2013 spricht eine klare Sprache: Die Anzahl pflegebedürftiger Menschen bundesweit steigt und steigt. Allein im Jahr 2011 waren bereits rund 2,5 Millionen Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen, entweder zu Hause mit Hilfe von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten, oder in einem Heim.

Die Experten der Barmer schätzen, dass diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf bis zu 4,5 Millionen steigen wird. Und dies ist lediglich eine Einschätzung unter Berücksichtigung der aktuellen Situation, die tatsächliche Entwicklung kann sich auch durchaus rasanter vollziehen. Tatsächlich könnten bis 2050 also noch deutlich mehr Menschen auf Leistungen ihrer Pflegeversicherung angewiesen sein.

Zahl der Alten- und Pflegeheime wächst

Mit der steigenden Menge an Pflegebedürftigen wächst auch die Zahl der Einrichtungen, welche den Betroffenen Pflegeleistungen anbieten. Allein die Anzahl der Alten- und Pflegeheime stieg in den vergangenen zwölf Jahren um fast 40 Prozent. Derzeit existieren bundesweit 12.354 Heime, Tendenz steigend.

Kosten für Pflege steigen deutlich

Die Kosten für die Pflege steigen naturgemäß ebenfalls deutlich. Aktuell werden rund 1,1 Millionen Pflegebedürftige noch zu Hause gepflegt. 23 Prozent dieser Fälle durch- oder zumindest mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes, wofür natürlich Kosten anfallen.

Kostenanteil steigt ebenfalls

Mit den wachsenden Kosten für Pflegeleistungen erhöht sich auch der Anteil, den der Pflegebedürftige selbst bzw. seine Angehörigen für die Pflege aufbringen müssen. Wobei man die Leistungen, welche pflegende Angehörige für die Versorgung ihrer Verwandten zu Hause aufbringen, weder moralisch hoch genug einschätzen kann geschweige denn in Euro und Cent ausdrücken möchte.

Leistung der Pflegekasse reicht oft nicht

Es zeigt sich also, dass die von der gesetzlichen Pflegeversicherung gewährten Leistungen in den seltensten Fällen reichen, um die tatsächlichen Pflegekosten zu decken. Der Barmer Report nennt hier konkrete Summen betreffend der Zuzahlungen, welche Pflegebedürftige und ihre Familien leisten: So werden bei der Pflege in einem Heim bei Pflegestufe III durchschnittlich 1.800 Euro monatlich fällig. Jährlich betragen die Zuzahlungen für Heimpflege zwischen 21.000 Euro und 45.000 Euro pro Pflegebedürftigem.

Beiträge zur gesetzl. Pflegeversicherung sollen steigen

Um den hohen Kosten für Pflegeleistungen zu begegnen, plant die Bundesregierung diverse Maßnahmen, welche in den kommenden Jahren zum Zuge kommen sollen. Hierzu gehört auch eine Erhöhung des Beitrages für die gesetzliche Pflegeversicherung um 0,5 Prozent.

Doch durch die demografische Entwicklung in Deutschland mit einer in den nächsten Jahren deutlichen Abnahme von Personen im erwerbsfähigen Alter, dürfte sich diese Erhöhung als der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“ herausstellen.

Zusätzliche Absicherung notwendig

Vor diesem erschreckenden Hintergrund wird eine zusätzliche Absicherung für den Pflegefall immer wichtiger. Hierzu gibt es diverse Formen der privaten Pflegeversicherung, teilweise sogar mit staatlicher Förderung. Besonders beliebt ist in diesem Zusammenhang der sogenannte „Pflege-Bahr“, der zu Hochzeiten bis zu 1.600 Mal pro Tag abgeschlossen wurde.

Allerdings ist der Pflege-Bahr in den letzten Monaten stark in die Kritik von Experten geraten (wir berichteten). Eine nicht geförderte Variante der privaten Pflegeversicherung ist darum in den meisten Fällen wesentlich empfehlenswerter.

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