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Pflegestufe 0

Pflegeversicherung: Betreuung von Pflegebedürftigen durch Angehörige

29. Oktober 2012

Altenpflege

Betreuung von Pflegebedürftigen durch Angehörige

Bedingt durch den demografischen Wandel wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen zukünftig weiter erhöhen. Immer mehr älteren Menschen stehen zukünftig immer weniger jüngere Menschen gegenüber. Verantwortlich für diesen Wandel der Gesellschaftsstruktur sind vor allen Dingen zwei Aspekte. Zum einen steigt die Lebenserwartung stetig an, zum anderen sinkt die Geburtenrate.

Statistik zur Pflegebedürftigkeit

Im Alter werden zukünftig nicht wenige Personen auf Pflege angewiesen sein, notfalls durch Angehörige. Allein im Jahr 2010 gab es rund 2,4 Millionen Pflegebedürftige. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Für das Jahr 2030 wird mit 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen gerechnet. Im Zuge dieser Entwicklung hat die Bundesregierung eine Reform der Pflegeversicherung in die Wege geleitet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das System der Pflegeversicherung an den zukünftig tatsächlichen Pflegebedarf anzupassen.

Das „Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung“ (PNG) hat bereits sowohl den Bundestag als auch die Länderkammer passiert und wird in Kürze in Kraft treten. Insbesondere die Verbesserung der Situation demenzkranker Menschen, die bisher keine Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten haben, bildet einen Schwerpunkt der Gesetzesreform.

Zukünftig Erstattung für Betreuungsleistungen in Pflegestufe 0

Die Pflegeversicherung soll demnach zukünftig auch Betreuungsleistungen im Rahmen der ambulanten Pflege erstatten. Bisher wurde für reine Betreuungsleistungen nicht gezahlt, stattdessen wurden nur die reine Grundpflege sowie hauswirtschaftliche Leistungen von der Pflegeversicherung übernommen. Zukünftig erhalten Demenzkranke, die keine Pflegestufe besitzen, (Pflegestufe 0) ein Pflegegeld beziehungsweise ersatzweise Pflegesachleistungen. Dies können entweder 120 Euro Pflegegeld sein oder bis zu 225 Euro an Sachleistungen. In der Pflegestufe 1 werden zukünftig 305 Euro an Pflegegeld bezahlt und 665 Euro an Sachleistungen. In der Pflegestufe 2 erhalten Betroffene zukünftig 525 Euro Pflegegeld und 1250 Euro an Pflegesachleistungen.

Pflegende Angehörige sollen entlastet werden

Das neue Gesetz soll zudem auch pflegende Angehörige unterstützen. Wenn ein pflegender Angehöriger eine Auszeit von der Pflege nehmen möchte, so wird die Hälfte des Pflegegeldes weiterbezahlt, auch wenn der Pflegebedürftige kurzzeitig anderweitig versorgt wird. Das neue Gesetz fördert zudem Wohngruppen für Demenzkranke. Pro Bewohner sollen derartige Wohngruppen zukünftig 200 Euro pro Bewohner zusätzlich erhalten. Das PNG unterstützt zudem zeitlich befristet die Gründung von Wohngruppen für Demenzkranke. Der medizinische Dienst wird zukünftig verpflichtet, als verbindlich geltende Servicegrundsätze festzulegen. Insbesondere Pflegeheime mit einer eher geringen Servicequalität dürften hierdurch zukünftig für nicht gewährten pflegerischen Service haftbar gemacht werden können.

Bundesregierung fördert Abschluss einer privaten Pflegeversicherung

Um all diese Maßnahmen sicherstellen zu können, hat die Bundesregierung neben der Anhebung des Beitragssatzes für die gesetzliche Pflegeversicherung beschlossen, die private Vorsorge zu fördern. Der Beitragssatz zur allgemeinen gesetzlichen Pflegeversicherung steigt ab dem 1. Januar 2013 um 0,1 Prozent an. Der Staat fördert zudem zukünftig den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung mit einer Zulage von 60 Euro im Jahr. Bedingung hierzu ist jedoch, dass der Versicherte monatlich mindestens einen Beitrag von 10 Euro für die private Pflegeversicherung aufwendet. Die Versicherer müssen zudem jeden Antragsteller aufnehmen. Eine Gesundheitsprüfung zur privaten Pflegeversicherung mit staatlicher Zulage entfällt.

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