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Pflegeversicherung 2014

Pflegeversicherung 2014: Pflege-Bahr in der Kritik

21. Januar 2014

Pflege Bahr laut Kritikern zu teuer und zu wenig Leistung

Kritik an Kosten und Leistungen des Pflege Bahr

Die Kritik am Pflege Bahr, der staatlich geförderten, privaten Pflegeversicherung, reisst auch 2014 nicht ab. Zwar schafft der Pflege Bahr einen Anreiz, selbst für den möglichen Pflegefall vorzusorgen, doch Versicherungsexperten und Verbraucherschützer werfen dem Produkt mangelnde Rentabilität vor (wir berichteten).

Dennoch geht der Boom um die geförderte Absicherung weiter, bis zu 1.600 Policen des Pflege Bahr werden noch immer Tag für Tag abgeschlossen. Unsere Experten haben sich mit dem Pflege Bahr auseinandergesetzt, erklären, wie er funktioniert und welche Kritikpunkte bestehen.

Private Pflegeversicherung wird immer wichtiger

Eine private Pflegeversicherung wird heute immer wichtiger. Denn die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen in der Regel nicht aus, um die Kosten eines Pflegefalles zu decken.

Gleichzeitig steigt die Anzahl von Personen, die zum Pflegefall werden und darum die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung benötigen, jedes Jahr stark an, so dass sich die Pflegekassen des Staates rasch leeren. Für den Einzelnen entsteht also im Pflegefall eine Versorgungslücke, je nach den benötigten Pflegeleistungen kann diese sogar mehr als 1.000 Euro pro Monat betragen. Diese Lücke muss vom Betroffenen geschlossen werden, entweder durch eigene Zuzahlungen oder eben im Wege einer privaten Pflegeversicherung.

Darum wird Pflege Bahr gefördert

Beim Pflege Bahr handelt es sich um eine private Pflegeversicherung, die vom Staat durch Beitragszuschüsse direkt gefördert wird. Ebenso wie bei anderen staatlich geförderten Versicherungs Produkten wie etwa der Riester Rente, soll die staatliche Förderung des Pflege Bahr für angehende Versicherte einen Anreiz schaffen, für einen möglichen Ernstfall eine private finanzielle Vorsorge zu treffen.

Und dieser Anreiz ist auch notwendig, denn Studien haben gezeigt, dass das Thema Absicherung gegen den eigenen Pflegefall in Deutschland lange Jahre vernachlässigt wurde. Viele Verbraucher blenden auch die unschöne Vorstellungen, selbst zum Pflegefall zu werden und auf Hilfe angewiesen zu sein, einfach aus. Dies ist menschlich gesehen verständlich, löst jedoch die Problematik in keinster Weise.

IVFP kritisiert Pflege Bahr

Der Grundgedanke hinter dem Pflege Bahr ist also definitiv richtig, doch in seiner praktischen Umsetzung scheint es einige Fehler zu geben. Denn die Kritik an der staatlich bezuschussten Vorsorge wird immer lauter. So kritisierten die Experten des Institut für Versicherung und Finanzplanung (IVFP) unlängst den Pflege Bahr scharf.

Die Absicherung sei für junge Menschen unrentabel, da sie im Laufe ihres Erwerbslebens mehr Beiträge für die Absicherung aufbringen müssten, als sie letztendlcih im Pflege Fall ausbezahlt bekämen. Zudem haben die Analysten des IVFP errechnet, dass die Beiträge zum Pflege Bahr bald angehoben werden müssten, um sein Fortbestehen zu sichern.

Kritik der Stiftung Warentest am Pflege Bahr

Auch die Versicherungsexperten der Stiftung Warentest haben Pflege Bahr ebenfalls untersucht und haben Kritik am System der geförderten Absicherung geäußert. Die Tester bemängelten, dass die Leistungen der Vorsorge in den meisten Fällen nicht ausreichten, um die Versorgungslücken im Pflegefall wirksam zu schließen. So würden Betroffene, trotz gesetzlicher Pflegeversicherung und der privaten Zusatzvorsorge durch den Pflege Bahr, im Ernstfall weitere Kosten selbst decken müssen.

Pflege Bahr oder andere Absicherung?

In der Diskussion um die beste Absicherung gegen die Kosten eines möglichen Pflegefalls ist der Pflege Bahr, zumindest in seiner jetzigen Form, offensichtlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Interessenten an einer privaten Pflegeversicherung ist darum dringend zu raten, die für ihren jeweiligen Einzelfall möglichen Alternativen genau zu vergleichen und das für sie beste Produkt zur Pflege Vorsorge abzuschließen. Einen kostenlosen Vergleich zur Pflegeversicherung bieten wir Ihnen hier

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