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Politik

Pflegekräfte meiden Arbeitsstellen in Deutschland

2. Mai 2011

 

 

 

Kürzlich hatte Gesundheitsminister Philipp Rösler das Jahr 2011 zum Jahr der Pflege erklärt. Fast passend dazu wurde nun am 01. Mai der deutsche Arbeitsmarkt für ausländische Arbeitskräfte eröffnet. Im Bereich der Industrie ist Deutschland sehr angesehen und die Arbeitsplätze sind sehr begehrt. Im Bereich der Pflege allerdings ist dies überhaupt nicht der Fall.

Arbeitsstellen in der Pflege eher unbeliebt

Seit gestern können nun auch Fachkräfte aus Europaländern wie Estland, Litauen, Lettland, Slowenien, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn unbeschränkt in Deutschland arbeiten. In vielen Bereichen ist Deutschland aufgrund der hohen technischen Fortschritts sowie der guten Arbeitsbedingungen sehr hoch angesehen. Im Bereich der Pflege ist dies allerdings eher umgekehrt. Viele Stellen sind unterbezahlt und auch die deutsche Sprache bereitet dem einen oder anderen Einwanderer Probleme.

Konditionen in anderen Ländern viel besser

Bundesgeschäftsführer des deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, Franz Wagner sagte, er glaube nicht an einen positiven Schub. Seiner Meinung nach, gehen gut qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger eher in die Niederlande, nach Großbritannien oder Skandinavien. Dort sind die Konditionen viel besser als in Deutschland, höhere Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Ausbildung. Wagner sagte außerdem, dass bereits viele wenig bzw. nicht qualifizierte Kräfte in Deutschland vor Ort seien und mit Schwarzarbeit ihr Geld verdienen.

Pflege in Deutschland oft zu teuer

In Deutschland fehlen vor allem 24-Stunden-Betreuungen, so die zweite Vorsitzende der BEBP. Diese Art von Betreuung kostet sehr viel Zeit und ist auch sehr kostenintensiv. Da sich viele Deutsche eine solche Betreuung nicht leisten können, wird oft auf ein illegales Arbeitsverhältnis zurückgegriffen, indem unterqualifizierte Arbeitskräfte direkt beim Betroffen einziehen und sich für einen Bruchteil der normalen Kosten um die zu pflegende Person kümmern.

Es ist empfehlenswert, früh genug in eine Pflegeversicherung bzw in eine Pflegezusatzversicherung zu investieren, um die Kosten im hohen Alter so gering wie möglich zu halten. Eine zusätzlich Pflegezusatzversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung sowie in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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