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Politik

Papierkrieg in der Pflege: Rösler möchte für weniger Aufwand sorgen

21. März 2011

 

Bei wem aktuell ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, der hat einiges an Papierkram zu erledigen. Von Anträgen über Formulare und Erklärungen muss alles bis ins kleinste Detail genehmigt, ausgefüllt und nachgeprüft werden. Philipp Rösler, Gesundheitsminister der FDP möchte dem Papierkrieg nun ein Ende bereiten.

Personal soll wieder mehr Zeit für die Pflege haben

Nicht nur für Familienmitglieder, sondern auch für das Personal von Pflegedienstleistern ist der Papierkrieg ein notwendiges Übel. Dokumentation von Wunden, Kontrollpläne und Verordnungen von Ärzten sind momentan noch zwingend von Nöten. Dies soll sich laut Rösler in naher Zukunft ändern, indem das Schriftliche auf das Wesentliche reduziert wird und das Pflegepersonal so Rösler „…wieder mehr Zeit für die Pflege hat“. Behördengänge und Anträge sollen sinnvoller gestaltet und zusammengefasst werden, sodass den Angehörigen einige Wege erspart bleiben.

Mehr EDV, weniger Papier

Um die Papierflut einzudämmen, will Rösler in erster Linie weniger Papier und mehr EDV einsetzen. Anträge und Formulare können so zB. im Internet heruntergeladen und per Email oder Webformular eingereicht werden. Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschlands hält diesen Schritt für angebracht und notwendig. „Es sei an der Zeit, die veralteten Methoden zu überprüfen und neue Wege und Methoden zu finden.“

Kontrollen sollen „gebündelt“ werden

Außerdem sollen auch Anträge, beispielsweise für Pflegehilfsmittel wie Rollstühle oder Betten einfacher einzureichen und zu bearbeiten sein. Um ein derartiges Ziel zu erreichen, müsse den Sachbearbeitern der Krankenkassen mehr Freiraum eingeräumt werden. Auch sollen der Pflegeeinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime künftig nur noch einer „Gesamtkontrolle“ unterzogen werden. Bisher kontrollierten die zuständigen Behörden (Heimaufsicht, Medizinischer Dienst, Feuerwehr und Gewerbeaufsicht) getrennt voneinander, was neben mehr Zeit und auch mehr Papier benötigt.

Röslers Vorschlag stösst auf große Zustimmung

Bisher stieß Röslers Vorschlag auf große Zustimmung bei Krankenkassen Verbänden. Zweifel an einer besseren Pflege durch mehr Dokumentation hat nicht nur Rösler. „Es ist eine schräge Logik, dass mit mehr Dokumentation eine bessere Pflege geleistet wird“, sagte Eugen Brysch, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung. Auch eine noch so gute Dokumentation sage nichts über die Pflegeleistung der Fachkräfte aus. Der „Papierkrieg“ koste nur Zeit, die dann bei der Pflege der Patienten fehlt.

 

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