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Politik

Organspende soll vom Krankenhaus koordiniert werden

15. Februar 2011

Die Organspende ist in Deutschland bereits seit längerem im Gespräch. Sowohl Unionsfraktionschef Volker Kauder wie auch der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler setzen sich für eine Verbesserung der aktuellen Situation ein. Nach ihren Wünschen sollen künftig deutlich mehr Menschen von einer Organspende profitieren können.

Die Vorschläge, wie diese Ziele erreicht werden können, sind vielfältig. Sie reichen von der Aufnahme der Organspende in den Führerschein bis hin zur Erstellung neuer Werbeprospekte, um Menschen für die Notwendigkeit von Organspenden zu sensibilisieren. Volker Kauder von der CDU regt die Diskussion jetzt erneut an. Er fordert, dass alle deutschen Bürger zumindest einmal im Leben zu ihrer Bereitschaft zur Organspende befragt werden sollen.

Organspende-Gesetz nach Vorbild von Spanien und Frankreich

Aktuell müssen Menschen, die sich zur Organspende bereit erklären, einen entsprechenden Organspendeausweis bei sich tragen. Ohne diesen Ausweis ist es den Krankenhäusern vor Ort kaum möglich, die Organe anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Um die Anzahl der Spenden zu erhöhen, wurde in der Politik bereits die Möglichkeit diskutiert, eine Widerspruchslösung einzuführen. Somit wären grundsätzlich alle Menschen zur Organspende bereit, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen. Diese Praxis wird sowohl in Spanien wie auch in Frankreich angewandt, wo deutlich mehr Menschen der Organspende zustimmen. Diese Lösung hält allerdings sowohl Peter Liese, der als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU im EU-Parlament tätig ist, als auch Frank-Ulrich Montgomery als Vizepräsident der Bundesärztekammer für unnötig und kaum ethisch-religiös durchsetzbar.

Neue Wege für mehr Organspender

Wie Organspende erfolgreich funktionieren kann, zeigt ein Blick auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort arbeiten bereits Koordinatoren, die in Krankenhäusern beschäftigt. Sie informieren Betroffene und deren Angehörige über die Möglichkeiten und den Nutzen von Organspenden. Die Anzahl der durchgeführten Organtransplantationen konnte hier bereits deutlich erhöht werden. Ebenso wirkungsvoll könnte laut Liese auch die Befragung der Bürger sein, etwa beim Ausstellen von Führerschein oder Personalausweis. Es müsse in diesem Zusammenhang jedoch darauf geachtet werden, dass das Prinzip der Freiwilligkeit gewahrt bleibt und sich die Menschen nicht unter Druck gesetzt fühlen. Dies würde die Bereitschaft zur Organspende aus Sicht Lieses sicher weiter reduzieren.

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